Für jene, die fließend denken, ist die Gegenwart voll der Zukunft
Für jene, die fließend denken, ist die Gegenwart voll der Zukunft

Die Lichtprojektion ist eines der Schlüsselprojekte des Deutschlandjahres in Russland. Dieses audiovisuelle Kaleidoskop, das eigens für das Deutschlandjahr geschaffen wurde, zeigt die über Jahrhunderte gewachsenen Beziehungen zwischen deutschen und russischen Gelehrten, Kunstschaffenden und Wissenschaftlern und denkt sie für die Zukunft weiter. Konzipiert wurde das Werk vom Berliner Animationskünstler Lillevan und der Moskauer Künstlergruppe Sila Sveta – zusammen mit dem Medienkünstler Vadim Epstein. 


Ausgangspunkt der Arbeit ist die gegenseitige Wertschätzung von Goethe und Puschkin – zweier Klassiker unserer Länder. So schrieb Puschkin 1828 eine Szene aus Goethes Faust neu, als Hommage an den deutschen Schriftsteller. Eben diese Szene, die Begegnung zwischen Faust und Mephisto, wurde 1979 von dem russischen Regisseur Michail Schweizer in seinem Film „Kleine Tragödien“  neu interpretiert.


In ihrer Lichtprojektion greifen Lillevan und Sila Sveta diesen künstlerischen Ansatz auf und bearbeiten die Filmszene weiter. Dabei lassen sich Anklänge an weitere wichtige künstlerische Bewegungen und Kulturschaffende beider Länder erkennen wie das Bauhaus, Wassily Kandinsky, Kazimir Malewitsch, El Lissitzky, aber auch Peter Tschaikowski und Vsevolod Meyerhold. Auch der Titel der Lichtprojektion – „Für jene, die fließend denken, ist die Gegenwart voll der Zukunft“ – nimmt Bezug auf Zitate zweier wichtiger Kulturgrößen – den deutschen Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz und den russischen Schriftsteller und Dichter Daniil Charms. Doch je länger die Lichtprojektion sich entfaltet, umso gegenwärtiger – und technoider – werden die Referenzen und Bilder. Gleiches gilt auch für den eigens für die Projektion geschaffenen Soundtrack. Er überführt das gemeinsame musikalische Erbe in einen urbanen futuristischen Sound.

 

Das Projekt wurde 2020/2021 während der Isolationszeit in künstlerischer Teamarbeit auf Distanz geschaffen. Auch Puschkin und Goethe erlebten eine ähnliche Situation – sie trafen sich daher nie persönlich, obwohl sie sich wiederholt zitierten. Die Lichtprojektion selbst wiederum ermöglicht den Passant*innen und Betrachter*innen eine – der aktuellen Situation angemessene - distanzierte Rezeption des Kunstwerks. Dieses strahlt zugleich in den öffentlichen Raum und die städtische Umgebung aus und lädt die Zuschauer*innen ein, ÜBER neue Kommunikations- und Dialogmittel in einer gemeinsamen Zukunft zu reflektieren.


Der Zugang zur Veranstaltung erfolgt nach vorheriger Anmeldung und Vorlage eines QR-Codes, das Tragen einer Maske ist erforderlich.


Anmeldung zum Künstlergespräch (um 17:30 Uhr, Zentrum für Dokumentarfilm, Subowski-Boulevard 2/7) und zur Lichtprojektion:

https://goethemsk.timepad.ru/event/1828650/


Anmeldung zur Lichtprojektion (ab 20:00 Uhr, Goethe-Garten, Lenin-Prospekt 95 A):

https://goethemsk.timepad.ru/event/1828225/


Sie können sich das Künstlergespräch und die Lichtprojektion „Für diejenigen, die fließend denken, ist die Gegenwart voller Zukunft“ auch online ansehen. Die Live-Übertragung beginnt am 11. November um 17:30 Uhr auf der Plattform des virtuellen Festivals „Deutschland Express“.


Lillevan

ist ein Animations-, Video und Medienkünstler. Er ist Gründungsmitglied der Kunst- und Musikgruppe Rechenzentrum (1997-2008). Lillevan arbeitet mit Künstlern unterschiedlichster Genres zusammen, von Oper über Installation, experimentelle elektronische Musik zu Tanz und klassischer Musik. Er hatte zahlreiche Auftritte weltweit.u,a, im ZKM, Musyuem Ludwig und war auf allen wichtigen Festivals zu sehen, u.a. Transmediale, ars eletronica, Montreal Film Festival etc. http://www.lillevan.com/


Sila Sveta

ist eine weltweit bekannte, in Moskau basierende Künstlergruppe, die sich schon seit 12 Jahren mit dem Thema Mapping, Lichtkunst, Lichtprojektionen auseinandersetzt. Sie machen sowohl große Projekte im öffentlichen Raum, wie Mapping, als auch kleinere Lichtkunstinstallationen, nehmen an internationalen Festivals erfolgreich teil und waren auch mehrere Male Gewinner des Festivals «Krug Sweta». Wir rechnen auch mit ihrer Erfahrung der technischen Umsetzung eines solchen Projekts in Moskauer Stadtmitte, denn sie machen nicht nur die Produktion, sondern werden auch für die technische Umsetzung zuständig sein.


Vadim Epstein

ist ein in Moskau lebender Medienkünstler und- theoretiker sowie ein führender russischer Videojournalist. Als Künstler und Kurator hat er Visuals für hunderte Konzerte, Festival und andere Events geschaffen, die u.a. in Montreal, Vancouver, Stuttgart, Paris, Basel, Lille, Glasgow, in der Neuen Tretjakow Galerie, und der Moskau Biennale gezeigt wurden. Seit 2009 ist er kreativer Gründungsdirektor des in[visible] studio für visuelles Design und Multimedia-Kunst.

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11.11.21
Moskau
Kultur

Organisatoren: Goethe Institut in Moskau, Lillevan, Sila Sveta, Vadim Epstein


Ort und Adresse der Veranstaltung:

Goethe-Institut, Garten, Leninskij Prospekt 95a


Anmeldung zum Künstlergespräch (um 17:30 Uhr, Zentrum für Dokumentarfilm, Subowski-Boulevard 2/7) und zur Lichtprojektion:

https://goethemsk.timepad.ru/event/1828650/


Anmeldung zur Lichtprojektion (ab 20:00 Uhr, Goethe-Garten, Lenin-Prospekt 95 A):

https://goethemsk.timepad.ru/event/1828225/


Der Zugang zur Veranstaltung erfolgt nach vorheriger Anmeldung und Vorlage eines QR-Codes, das Tragen einer Maske ist erforderlich.

Organisatoren