Konzertabend: Junge Musiker*innen im Gespräch
Konzertabend: Junge Musiker*innen im Gespräch

Die musikalische Nachwuchselite aus Bayern präsentiert in Moskau in zwei Programmteilen ihr Können.

In einem deutsch-russischen Dialog zwischen Violine und Piano verzaubern Emilia-Rosa Hofmann und der russische Pianist Sergej Beljawski mit der Beethoven Romanze Nummer 2, den 24 Präludien von Schostakowitsch sowie der Rachmaninow-Vocalise. In einem weiteren Programmpunkt führt uns das Bayerische Landesjugendorchester in die außergewöhnliche Welt des Johannes Brahms (1833–1897) mit dem Quintett h-Moll für Klarinette, zwei Violinen, Viola und Violoncello, op. 115

 

Über das Bayerische Landesjugendorchester:

 

Das Orchester ist seit 2004 das Patenorchester des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks.   

 

Längst hat sich das Bayerische Landesjugendorchester aus dem Dunstkreis landläufiger Nachwuchsorganisationen herausgehoben und zum singulären Förderer musikalischer Spitzenbegabungen gemausert. Ist es dennoch ein Wagnis, Vermessenheit oder gar ahnungslose Arroganz, Literatur auf die Pulte zu legen, die vor etlichen Jahren für ein Jugendorchester nicht zu bewältigen schien?

 

Das Bayerische Landesjugendorchester (BLJO) hat alle Zweifler*innen eines Besseren belehrt und diese Werke in den vergangenen Jahren nicht nur achtbar, sondern mit geradezu sensationellem Erfolg in deutschen Konzertsälen präsentiert.

 

Worin liegt das Geheimnis dieses einmaligen Klangkörpers, den die Presse gern und immer wieder mit professionellen Orchestern in einem Atemzug nennt?

 

In seiner mehr als 40-jährigen Geschichte ist das BLJO durch alle Höhen und Tiefen der Orchesterliteratur gegangen und weiß, worauf es sich einlässt, wenn es sich an die Giganten des Repertoires heranwagt. Vielleicht liegt es an der jugendlichen Unbekümmertheit, immer hoch hinaus zu wollen, vielleicht liegt es auch am Reiz, Grenzen zu erforschen. Ganz sicher aber unterliegt keiner der jugendlichen Musiker*innen dem Irrtum, Schweres auf die leichte Schulter zu nehmen.

 

Sie alle wissen, was es bedeutet, ein Instrument bis zur Orchesterreife zu erlernen, sie alle haben sich der Disziplin und dem Leistungsanspruch unterworfen, höchsten Anforderungen zu genügen. Nicht von ungefähr sitzen an führenden Positionen vieler deutscher und ausländischer Kulturorchester ehemalige Mitglieder des BLJO.

 

An Intensität des Lernens bleibt den jungen Musiker*innen nichts erspart. Sie werden hart gefordert, ohne einem Drill zu unterliegen. Der Stolz und die Freude über gelungene Konzerte wiegen dafür dann den Verlust der Ferien mehr als auf.

 

Aber es ist noch etwas anderes, was die Seele dieses Klangkörpers in Schwingungen versetzt: Es ist der menschliche Umgang miteinander und es ist vor allem die fürsorgliche Betreuung durch erfahrene Erwachsene, die sowohl die Ängste und Nöte wie auch die euphorischen Glücksgefühle der Jugendlichen kennen. Die „Alten“ wissen, was es heißt, in den Ferien zu proben und sich einem musikalischen Leistungsanspruch abseits aller schulischen Anforderungen zu stellen.

 

Auch arrivierte und international renommierte Dirigenten wie beim Jubiläumsprojekt Jonathan Nott oder bei Sonderprojekten mit dem BR-Symphonieorchester Mariss Jansons, Daniel Harding und Péter Eötvös tun ihr Übriges für die Attraktivität dieses Nachwuchsensembles.

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26.06.21
Moskau
Kultur
Organisatoren: Deutsch-Russisches Forum e. V. in Zusammenarbeit mit der Hanns-Seidel-Stiftung

Ort und Adresse der Veranstaltung: Zentrales Haus der Wissenschaftler, Moskau
Organisatoren