Partizipatives Erinnern an die Opfer staatlichen Terrors in Deutschland und Russland
Partizipatives Erinnern an die Opfer staatlichen Terrors in Deutschland und Russland

Mit dem Anbringen von Gedenktafeln an Häusern in Städten und Dörfern postsozialistischer Staaten erinnert die zivilgesellschaftliche Initiative „Poslednij Adress“ (deutsch: „Letzte Adresse“) in Russland an Opfer staatlicher sowjetischer Repressionen. Die Initiator*innen griffen dabei in abgewandelter Weise die individualisierte und partizipative Gedenkform der „Stolpersteine“ auf, die europaweit an die Opfer des nationalsozialistischen Terrors erinnern. Obwohl sich beide Initiativen in ihren Grundprinzipien ähneln, treffen sie in Deutschland und Russland auf völlig unterschiedliche Erinnerungslandschaften und historische Kontexte. Zugleich verbindet und ergänzt sich die Erinnerung in beiden Ländern, da seit 2013 erste Stolpersteine für Opfer der NS-Besatzung im russischen Orjol existieren und 2020 das dritte Poslednij-Adress-Gedenkschild für Opfer der stalinistischen Repressionen in Deutschland installiert werden konnte.


Im Rahmen des Deutschlandjahres in Russland 2020/2021 werden wir in virtuellen Workshops Expert*innen und Vertreter*innen beider Initiativen zusammenbringen, um schließlich die Erweiterung der aktiven Erinnerungspraxis der Stolpersteine in Russland und Poslednij Adress in Deutschland zu begleiten und zu dokumentieren.

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03.05.21 - 30.09.21
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