Drei Schwestern
Drei Schwestern

Im Klassiker „Drei Schwestern“ von Anton Tschechow wird oft das Motiv des Abstiegs der vorrevolutionären Gesellschaft geschildert, und den Hauptpersonen der schmerzliche Wunsch unterstellt, ihre Gegenwart loszuwerden.

 

Susanne Kennedy schlägt vor, den Blickpunkt zu ändern: Was, wenn die Zeit zyklisch ist, und wenn wir jeden einzelnen Moment unseres Lebens immer wieder durchleben? Für Nietzsche bedeutete die Idee der ewigen Rückkehr, dass die mehrmalige Wiederholung das Geschehene bestätigt. Aber würden wir andere Entscheidungen bei der Rückkehr an den Ausgangspunkt treffen? Was lenkt uns: der Wunsch, die Zukunft zu kontrollieren, oder Befreiungsbestrebungen?

 

Angesichts der Pandemie ist Kennedys Meinung über die Fixiertheit und Verschlossenheit der „Drei Schwestern“ brisanter geworden. Diese Facetten des Sinns wurden den Arbeiten an der Aufführung nicht zugrunde gelegt, sind aber jetzt besonders deutlich zum Vorschein gekommen.

 

Susanne Kennedy hält seit mehreren Jahren den Status 

„des Stars der deutschsprachigen Szene“, ihre Erstaufführungen werden stets sofort zu Ereignissen der führenden europäischen Festspiele. Unter dem Einfluss der posthumanistischen Ästhetik wendet sich Kennedy den Phänomenen des Bewusstseins und des Verzichts auf die Subjektivität zu, benutzt Masken und digitale Technologien. Sie verfremdet ihre Schauspieler*innen, indem sie ihnen Gesichter und Stimmen nimmt.

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09.11.21 - 10.11.21
Moskau
Kultur

Organisator: NET- Festival


Ort und Adresse der Veranstaltung:

Palast am Fluss Jausa, Schurawlewa-Platz 1 


Das Ticket können Sie online bestellen.
Organisatoren