Ökologie und Nachhaltigkeit
Ökologie und Nachhaltigkeit
Liegt Ihnen der Zustand unseres Planeten am Herzen? Möchten Sie lernen, wie Sie nachhaltiger konsumieren können? Interessieren Sie sich für aktuelle Nachhaltigkeitstrends in Russland und Deutschland? Wir haben alle unsere grünen Publikationen für Sie in einem Portfolio zusammengestellt.
Nachhaltige Neujahrsgeschenke
Silvester ist eine wunderbare Zeit, nur nicht für die Umwelt: Denn wie viel Zeug kaufen wir an den Feiertagen - Dekorationen, Kostüme, Geschenke - und wie viel davon ist am Ende unnötig? Viele Deutsche versuchen heute, die Umwelt zu schonen und versuchen daher, bewusster zu konsumieren. Dies spiegelt sich auch in der Art und Weise wieder, wie sie sich gegenseitig zu Weihnachten beschenken (die Tradition, sich zu Neujahr zu beschenken, ist in Deutschland nicht sehr verbreitet).

Laut der Umfrage beschenken 59 % der Deutschen ihre Verwandten - und während ein „materielles Geschenk demjenigen vielleicht nicht gefällt, kann ein Gutschein oder ein Geldgeschenk für etwas verwendet werden, das der Empfänger tatsächlich braucht, was auch aus ökologischer Sicht sinnvoll ist.


Um es mit dem Konsum nicht zu übertreiben, einigen sich viele Familien und Unternehmen in Deutschland darauf, dass jede Person nur ein Geschenk bekommt. Manche wiederum machen nur selbstgemachte Geschenke: einen selbstgestrickten Schal oder eine Schachtel mit Weihnachtsgebäck. Ein anderer Trend ist, ganz auf Geschenke zu verzichten und stattdessen Geld für eine wohltätige Organisation zu spenden.

Insekten-Burger: Vegetarismus auf deutsche Art
Die wachsende Beliebtheit des Vegetarismus, insbesondere bei jungen Menschen, hat Hersteller veranlasst, nach immer neuen Fleisch-Alternativen zu suchen. So kann man in Deutschland zum Beispiel seit Kurzem den Insektenburger probieren. Während der Durchschnittseuropäer von der Vorstellung, einen Burger aus Maden zu essen, entsetzt wäre, sind sich Wissenschaftler einig, dass Insekten eine viel gesündere Option sind als die meisten Lebensmittel aus dem Supermarkt. So hat eine deutsche Supermarktkette aus Aachen beispielsweise mit den Verkauf von Insekten-Burgern begonnen, die von einem deutschen Start-up-Unternehmen geliefert werden.

„Das Madenschnitzel ist eine gesunde und umweltfreundliche Alternative zum herkömmlichen Fleischschnitzel, sagen die Gründer. Deutsche Wissenschaftler fragten sich hierbei, wie sich die Sprache, in welcher der Titel des Insektenburgers geschrieben wird, auf dessen Verkauf auswirkt. Dabei stellten sie fest, dass die Verkaufszahlen durchweg höher waren, wenn ein ausländischer, z.B. ein englischer Name verwendet wurde. Dies hat höchstwahrscheinlich damit zu tun, dass durch diese Bezeichnungen in der Muttersprache hauptsächlich negative - oft unbewusste - Assoziationen hervorgerufen werden.

Das ökologische Wunder eines Dorfes
Wildpoldsried ist eine kleine Gemeinde in Bayern mit 2500 Einwohnern. Es hätte ein ganz normales deutsches Dorf sein können, jedoch machte der ehrgeizige Bürgermeister Arno Zengerle im Jahre 1997 ein ökologisches Wunder daraus: Er stellte die Weichen dafür, das Dorf völlig erneuerbar und energieunabhängig zu machen. Es gibt 3 Wasserkraftwerke, 5 Biogasanlagen, 9 Windmühlen und 300 Sonnenkollektoren, die 321% mehr Energie erzeugen, als für das Leben hier benötigt wird.

So erzeugt das Dorf jedes Jahr grüne Energie im Wert von 4 Millionen Euro. Die Bewohner von Wildpoldsriede konnten ihren ökologischen Fußabdruck dabei um 65 % reduzieren und haben so zahlreiche deutsche und internationale Umweltpreise gewonnen. Das Beispiel Wildpoldsried macht Hoffnung, dass die Verwirklichung einer nachhaltigen Lebensweise auf Gemeindeebene ein durchaus realistisches Ziel ist. Alles, was es braucht, ist eine gemeinsame Anstrengung. 

Köln — die Smart City
Das Konzept Smart City entwickelt sich zu einem weltweiten Trend. Auch in Deutschland wird Zukunft gemacht. Eine der aktivsten Städte auf diesem Gebiet ist Köln. Auf der Kölner Klimastraße, einer Strecke von 4 Kilometern, ist eine kleine Smart City entstanden: energieeffiziente Straßenlaternen, Bänke, an denen man sein Smartphone über ein Solarpanel aufladen kann und Ladestationen für Elektrofahrzeuge.

Die in das intelligente Netz integrierten Informations- und Kommunikationstechnologien sollen dazu beitragen, den Verkehr effizienter zu steuern, Energie zu sparen und die Umwelt zu schonen. Nach Angaben der örtlichen Behörden befinden sich die Entwicklungen im Testbetrieb. Hierbei kann jeder Ideen vorschlagen und ausprobieren. Die Finanzierung der aussichtsreichsten Projekte wird von der Stadt gemeinsam mit dem örtlichen großen Energieversorger übernommen.

Wie wirkt sich Sport im Freien auf die Umwelt aus?
Diese Frage stellen sich die Mitarbeiter des neuen Lehrstuhls an der Universität Bayreuth. Sie ist die erste und einzige Professur für Sportökologie in Deutschland. Bewegung im Freien macht viel mehr Spaß und ist deutlich gesünder als sich in geschlossenen Räumen aufzuhalten. Der Gründer der neuen Abteilung, Manuel Steinbauer, warnt jedoch vor negativen Auswirkungen, die der Sport im Freien auf die Umwelt haben kann, wenn bestimmte Regeln nicht eingehalten werden.

Die Abteilung Sportökologie untersucht, wie dies zu schaffen ist und gibt Ratschläge, wie man Skifahren, Tauchen und Bergsteigen umweltfreundlicher gestalten kann. Die Frage nach dem Verhältnis zwischen Gesundheit, Sport und Umwelt gewinnt in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik zunehmend an Bedeutung. Die Einrichtung des Lehrstuhls für Sportökologie ist hierbei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer harmonischen Koexistenz von Mensch und Natur.

Hamburg bekommt das erste grüne Hochhaus der Stadt
Das Hochhaus in der HafenCity verspricht, ein Maßstab für umweltfreundliches und hochtechnologisches Bauen zugleich zu werden. Tatsächlich sind Gebäude aus recycelten Materialien bereits zu einer eigenen Kunstform geworden und entwickeln sich zu einem Architekturtrend, dem auch Deutschland nicht hinterherhinkt. Das Moringa-Hochhaus in Hamburg soll in drei Jahren fertiggestellt sein und wird zu einem Großteil aus recycelbaren Materialien gebaut werden. Das Gebäude soll sowohl im übertragenen als auch im wörtlichen Sinne begrünt werden: Nicht nur wird auf dem Dach ein Rasen angelegt, auch die Fassaden werden neu bepflanzt.

Die Grünfläche ist hierbei letztlich sogar größer als die gesamte für das Gebäude genutzte Baufläche. Und das ist nicht nur schön, sondern auch nützlich. Denn die Luft für die Bewohner der 190 Wohnungen im Hochhaus wird von Pflanzen gereinigt werden. Moringa ist nicht das einzige deutsche Beispiel für das Bauen mit recycelten Materialien. In Hannover hat das Architekturbüro Cityförster ein Cottage entworfen und gebaut, das vollständig aus Bauschutt besteht. 

Deutschlands ökologische best practices in Russland
In den letzten Jahren wurden die Erfahrungen Deutschlands im Bereich des Umweltschutzes in Russland aktiv aufgegriffen. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) führt seit 2015 in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Natürliche Ressourcen und Umwelt zwei Ökoprojekte in Russland durch: eines zum klimaneutralen Wirtschaften und eines zum klimaneutralen Abfallmanagement. Die Region Woronesch ist die Pilotregion für dieses Projekt.
Die Projekte beruhen auf dem so genannten BAT-Prinzip (Best Available Techniques). Deutsche Umweltexperten setzen ihre Erfahrung und ihr Fachwissen ein, um ihren russischen Kollegen bei der Einführung und Umsetzung von best practices im Umweltbereich zu helfen, und zwar in Form von Bildung, technischer Beratung und rechtlicher Unterstützung.
Foodsharing in Russland und Deutschland
Das Überangebot an Lebensmitteln ist ein schwerer Schlag für die Umwelt und Natur unseres Planeten: Allein in Russland werden jedes Jahr 17 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen! Um dieses Problem zu bekämpfen, hat Deutschland 2012 einen Foodsharing-Dienst ins Leben gerufen. Sein Zweck besteht darin, überschüssige Lebensmittel aus Geschäften und Restaurants umzuverteilen und Bedürftige mit Lebensmitteln zu versorgen.

In nur wenigen Jahren hat sich diese utopische Idee zu einem groß angelegten Projekt entwickelt: Seit seiner Gründung haben 93 Tausend „Foodsaver (wie die Freiwilligen des Projekts genannt werden) dazu beigetragen, über 46 Millionen Tonnen Lebensmittel einzusparen, und 9.000 Unternehmen als Partner gewonnen: Geschäfte, Restaurants, Hotels, Bäckereien. Derzeit sind 368 Tausend Nutzer auf der Plattform registriert, und jeden Tag werden 3.572 „Rettungsaktionen von den Lebensmittelrettern durchgeführt. Der aktivste Lebensmittelsucher des Projekts hat allein insgesamt 133.795 Kilogramm an Lebensmitteln vor dem Wegwerfen bewahren können.


Alle Abläufe laufen nun über eine Online-Plattform. Diejenigen, die daran angeschlossen sind, stellen Lebensmittelkörbe zusammen und die Lebensmittelretter holen sie ab. Sie können die Lebensmittel für sich selbst behalten, an Freunde und Bekannte weitergeben und über öffentliche Lebensmittellager verteilen. Und dies ist nur eins der insgesamt 124 Foodsharing-Projekte in Deutschland.


Nach dem Vorbild der deutschen Plattform haben russische Aktivisten ein ähnliches Projekt gestartet. Mittlerweile gehören 50.000 Menschen der Gemeinschaft an und die Lebensmittelretter des Projekts haben bereits mehr als 540.000 Tonnen Lebensmittel gerettet. Im Laufe der Entwicklung hat sich diese Form der Lebensmittelrettung spezialisiert und individualisiert. So retten die Freiwilligen in St. Petersburg beispielsweise  tonnenweise Obst und Gemüse aus Gemüselagern, während das Projekt in Moskau den Weg einer karitativen Organisation eingeschlagen hat: Vorrang bei der Lebensmittelverteilung haben Bedürftige.


Auch wenn das russische Foodsharing noch nicht das deutsche Ausmaß erreicht hat, entwickelt es sich schnell und dynamisch weiter. In vielerlei Hinsicht wird das Teilen von Lebensmitteln dank Online-Plattformen und Apps immer einfacher.

Umweltbildung: ein Schlüsselthema für die deutsche Bevölkerung
In Deutschland wurden die ersten Schritte in der Umweltbildung Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre unternommen, als erstmals Wissenschaftler von den Bewohnern von Industrieregionen auf die lokale Umweltverschmutzung und die gefährlichen Folgen eines unverantwortlichen Umgangs mit der Natur aufmerksam gemacht wurden. In den 1970er Jahren wurden die ersten Initiativen der UNESCO zur Umwelterziehung ins Leben gerufen; ein Jahrzehnt später wurden Fächer, die sich mit Umweltfragen befassen, in die Lehrpläne deutscher Schulen aufgenommen.

Seit 1994 beteiligt sich Deutschland an Eco-Schools, einem internationalen Programm der Foundation for Environmental Education (FEE). Ihr Ziel ist es, ein System zur Vermittlung von Umweltwissen zu schaffen und die Erhaltung der Natur zu ermöglichen. Außerdem wurden in den letzten dreißig Jahren landesweit Dutzende von Organisationen gegründet, die sich der Umwelterziehung widmen, und es wurden Strategien zur Umwelterziehung ausgearbeitet, die nun auf allen Ebenen des Schulwesens in Deutschland eingeführt werden.


In Russland ist das Konzept der Umwelterziehung und Aufklärung in mehreren offiziellen Dokumenten verankert, unter anderem im Föderalen Staatlichen Bildungsstandard der allgemeinen Grundbildung. Diese Normen haben jedoch nur Empfehlungscharakter, so dass es bisher noch kein nachhaltiges Modell für den Umweltunterricht an russischen Schulen gibt.

Ökotherapie in Deutschland auf der Insel Usedom
Die Shinrin-Yoku-Philosophie fand in den 1980er Jahren in Japan ihren Beginn und gewinnt nun allmählich an Popularität in der westlichen Welt, insbesondere in Deutschland. Shinrin-Yoku ist eine Art Waldtherapie, die auf der Annahme basiert, wir seien viel besser an die natürliche Umwelt angepasst als an die städtische. Und dies schon alleine deswegen, weil 99% der Menschheitsgeschichte nie Städte gesehen haben. Demnach ist der Wald unsere natürliche Quelle für geistige und körperliche Gesundheit.

Der erste Heilwald Europas entstand auf der deutschen Ostseeinsel Usedom. Dieser Wald ist sogar speziell zertifiziert, was seine heilenden Eigenschaften bestätigt. Diese haben mit dem maritimen Klima und der Wirkung der Bäume des Waldes auf die Psyche des Menschen zu tun: Kiefern geben Energie und stärken das Gehirn, Buchen entspannen und bauen Stress ab.


Der Urlaub hier ist für Menschen mit orthopädischen Erkrankungen, Asthma, Bronchitis und Schuppenflechte sowie für Menschen, die unter Depressionen, Stress, Burnout und Angstzuständen leiden, zu empfehlen. Aber auch für Menschen ohne akute gesundheitliche Probleme können Waldmeditationen und Waldbäder eine großartige Art der Kontemplation darstellen. So etwas ließe sich dann natürlich auch mit Radfahren, Strand und dem Baden im Meer verbinden.


Die therapeutische Wirkung der Waldbäder wurde experimentell bestätigt: Nach 15 Minuten Spaziergang sinken der Cortisolspiegel, der systolische und der diastolische Blutdruck. Und auch der Herzschlag normalisiert sich wieder. Die Wirksamkeit der Öko-Therapie ist also erwiesen. Dafür muss man jedoch nicht nach Deutschland fahren. Denn zum Glück reicht es schon, sich in den nächsten Wald zu begeben und so dem Lärm der Stadt zu entfliehen, um ein bisschen Shinrin-Yoku zu machen.

Umwelt- und Naturschutzrecht in Deutschland
Nur wenige Orte auf der Welt kümmern sich so sehr um die Natur wie Deutschland - auch auf legislativer Ebene. Im Jahre 2001 verabschiedete der Bundestag das Gesetz zum Schutz der Umwelt und zur Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen. Nach diesem Gesetz müssen bis zu 10 % aller Bundesflächen für Biotope - homogene Landstriche und Flächen, die von Pflanzen, Tieren und anderen natürlichen und für solch eine Umgebung typischen Organismen bewohnt werden, zur Verfügung gestellt werden.

Die Bestimmungen des Gesetzes gelten für die Landwirtschaft, das Bauwesen und das tägliche Leben in Deutschland. Die allgemeinen Regeln sind einfach: Jedes ungenutzte Stück Land - eine Wiese, ein Strand oder ein Sumpf - gilt als Naturschutzgebiet. In diesen Gebieten ist es verboten, die ausgewiesenen Wege zu verlassen, Hunde frei laufen zu lassen oder Wildtiere zu stören. Vögel haben besonders viel Glück: Bestimmte Klauseln des Gesetzes verbieten es, sie während der Nistzeit zu stören.


Wird dennoch ein Entwicklungsprojekt auf einer unbebauten Fläche geplant, ist der Projektträger verpflichtet, eine Umweltverträglichkeitsprüfung zum Schutz der dort vorkommenden Arten durchzuführen (Artenschutz). Verstöße gegen Umweltgesetze werden in Deutschland strafrechtlich geahndet. Die Liste der Verstöße und Strafen ist in § 29 des deutschen Strafgesetzbuches Straftaten gegen die Umwelt aufgeführt. So kann ein Straftäter bei vorsätzlicher Verschmutzung des Wassers, des Bodens oder der Luft zu einer Freiheitsstrafe von bis zu 10 Jahren und bei Fahrlässigkeit zu bis zu drei Jahren verurteilt werden.


Die Deutschen achten also auf die Einhaltung der Umweltgesetze und machen es sich zur Gewohnheit, die Natur zu pflegen: Fast jede Grünfläche in Deutschland, selbst in Industriestädten, ist mit Vogel- und Eichhörnchenfutterkästen und mancherorts sogar mit Rehfutterkästen ausgestattet.

Hausrecycling in Deutschland
Nachhaltigkeit ist eine Philosophie, in deren Mittelpunkt die intelligente Nutzung von Ressourcen, der Schutz der Umwelt und die Harmonie zwischen Mensch und Natur stehen. Mülltrennung und Recycling von überflüssigen Gegenständen ist in Deutschland hierbei längst etabliert. Es ist also an der Zeit, die nächste Stufe zu erreichen: Haben Sie beispielsweise schon einmal von Hausrecycling gehört?

Die Deutschen lassen sich alle möglichen überraschenden Lösungen einfallen, um stillgelegten und baufälligen Gebäuden neues Leben einzuhauchen. So zog beispielsweise ein Pfälzer in eine alte Scheune auf dem Gelände eines stillgelegten Weinguts. Im Inneren der Scheune befindet sich jetzt ein modernes 2-stöckiges Atelier. Die Backsteinwände und die Balkendecke (die die Besitzerin intakt gelassen hat) passen perfekt zum Loft-Stil, und die Holzmöbel ergänzen diesen Stil perfekt.


In der Region Rheinhessen beschloss eine Winzerfamilie, in einen stillgelegten Bahnhof einzuziehen. Und das erwies sich als besonders problematisch, weil das Dach des Bahnhofs jeden Moment einzustürzen drohte. Die neuen Eigentümer haben das Gebäude in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt, es stilvoll renoviert und bewohnen es nun mit Freude.


Und in der sächsischen Stadt Meißen rettete die Familie ein fast verlassenes Gebäude aus dem 15. Jahrhundert, das älteste im historischen Zentrum von Meißen. Die undichten Wände, die morschen Balken und das bröckelnde Dach hielten die neuen Mieter nicht auf: Sie renovierten das Gebäude (mit Hilfe der Stadtverwaltung) und zogen zu fünft ein.

Der deutsche Atomausstieg
Es ist fast 10 Jahre her, dass das deutsche Atomausstiegsgesetz verabschiedet wurde. Der Übergang zu grüner und sicherer Energie ist ein Trend der letzten zehn Jahre, bei welchem Deutschland eine Vorreiterrolle gespielt hat. Die Katastrophe von Tschernobyl im Jahre 1986 und der Unfall von Fukushima im Jahre 2011 sind Wendepunkte in der Geschichte der grünen Bewegung des Landes.

Die ersten Schritte zur Abschaltung der Kernkraftwerke wurden 1998 unternommen: Eine neue Regierung, bestehend aus Mitgliedern der Grünen Partei, erarbeitete eine Vereinbarung mit Vertretern der deutschen Kernkraftwerke, nach der das letzte Kernkraftwerk bis Ende 2022 abgeschaltet werden sollte.


Die Ereignisse von 2011 in Japan haben die deutsche Politik jedoch zu einem radikaleren Kurs gezwungen: Fast unmittelbar nach dem Unfall in Fukushima hat die Bundesregierung den Abschied von der Atomkraft angekündigt. Innerhalb weniger Monate wurden 7 der 18 Reaktoren des Landes abgeschaltet.


Trotz des raschen Übergangs zu einer neuen Energiepolitik und der Entwicklung eines Netzes erneuerbarer Energiequellen in Deutschland sind die zuständigen Behörden der Ansicht, dass die Arbeit noch nicht beendet ist. Im Lande sind noch mehrere Anlagen in Betrieb, ohne deren Schließung der Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie nicht vollzogen werden kann.

Was muss man über die Abfalltrennung in Deutschland wissen?
Laut Statista produziert der durchschnittliche Deutsche rund 450 Kilogramm Abfall pro Jahr. Davon entfallen 197 Kilogramm auf Hausmüll und Sperrmüll, 143 Kilogramm auf wiederverwertbare Abfälle, 107 Kilogramm auf organische Abfälle und 2 Kilogramm auf Restmüll (z. B. Batterien). Die Abfallbuchhaltung und -trennung ist in Deutschland sehr gründlich. Seit 2015 ist die getrennte Abfallsammlung für alle deutschen Bürgerinnen und Bürger Pflicht. Außerdem hat das Land eine Umweltgesetzgebung entwickelt, die die Sortierung, Entsorgung und das Recycling von Abfällen regelt.

Das erste Abfallwirtschaftsgesetz wurde in Deutschland 1972 verabschiedet. 1991 wurde in Deutschland die Verpackungsverordnung entwickelt, die die Hersteller erstmals zur Entsorgung und Wiederverwertung von Verpackungsabfällen verpflichtete.


Im vergangenen Jahr legte der deutsche Umweltminister ein 12-Punkte-Papier zum endgültigen Ausstieg aus der Kernenergie vor. Zu den notwendigen Schritten gehören die Schließung von Brennstoffzellen- und Urananreicherungsanlagen, die Förderung der Energiekooperation mit anderen Ländern und der weitere Ausbau alternativer Energiequellen.


Um dem Gesetz gerecht zu werden, haben deutsche Unternehmer das Deutsche Duale System (DSD GmbH) gegründet. Seitdem sind Produkte, die über die DSD GmbH in der Gelben Tonne entsorgt werden können, mit einem Grünen Punkt gekennzeichnet.


Alle trennungspflichtigen Abfallarten sind in der Abfallverzeichnisverordnung (AVV) aufgeführt und die Verwertungs- und Entsorgungsprozesse sind im Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) geregelt. In der Tat hat jeder Haushalt im Land drei bis acht Tonnen für verschiedene Abfallarten: blau für Papier, braun für Lebensmittelabfälle und organische Stoffe, gelb für Kunststoffe und Verpackungen und schwarz für alles andere. Einige Glasbehälter und Plastikflaschen können in den Geschäften zurückgegeben werden, und anderes Glas kann getrennt und nach Farben  weiß, grün und braun  abgegeben werden.


Verstöße gegen die Abfalltrennung werden in Deutschland mit hohen Geldstrafen sanktioniert. Wenn Sie Ihren Abfall nicht richtig sortieren oder die Tonne zu voll machen, müssen Sie beim ersten Mal zwischen 10 und 20 Euro bezahlen. Ein Wiederholungstäter kann mit einer Geldstrafe von mehr als 2.500 Euro belegt werden. Um die Zahlung des Bußgeldes kommt man nicht herum, da die Gemeinde gesetzlich verpflichtet ist, die Einhaltung der Umweltvorschriften zu überwachen und Verstöße gegen die Vorschriften zu melden.

Was ist das deutsche Programm Vogel des Jahres?
Der Tag, an dem ganz Deutschland die Vögel bewundert, wurde vor etwa 50 Jahren auf Initiative lokaler Umweltschützer ins Leben gerufen. In den 1970er Jahren wurde festgestellt, dass die Wanderfalkenpopulation in Deutschland aufgrund des Einsatzes eines Insektizids in der Landwirtschaft einen katastrophalen Rückgang erlitten hatte. Das Gift wurde von den Vögeln aufgenommen, wodurch die Eierschalen brüchig und für die Außenwelt instabil wurden. Und die Küken, die es geschafft haben zu überleben, wurden von lokalen Wilderern entführt.

Diese Ereignisse haben das Überleben der Art bedroht. Umweltschützer und Ornithologen haben sich für die Vögel eingesetzt: Einige haben sogar rund um die Uhr Wache an den Wanderfalkenhorsten gehalten. Um die Gesellschaft auf das Problem aufmerksam zu machen, schlugen Umweltschützer vor, einen Feiertag einzuführen, der den Vögeln gewidmet ist - und auch nach so vielen Jahren ist er bei der Bevölkerung noch sehr beliebt.


Anlässlich des diesjährigen Jubiläums des Programms schlugen die deutschen Umweltschützer eine Volksabstimmung über ihre Lieblingsvogelarten vor. Die Deutschen mochten die Idee: 455.000 Menschen nahmen an der Abstimmung teil. Die Gewinner waren der Kiebitz mit 12,6 % der Stimmen, die Rauchschwalbe mit 15,3 % und an erster Stelle das Rotkehlchen mit 17,4 %.

Die fahrradfreundlichsten Städte Deutschlands
Was haben Bremen, Hannover, Leipzig, Frankfurt am Main und Dresden gemeinsam? Nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs sind dies die deutschen Großstädte mit der besten Fahrradinfrastruktur. Zumindest haben das 230.000 Radfahrer in 1024 Städten so beschlossen. Dabei erwiesen sich die deutschen Radfahrer als sehr streng: Selbst Bremen, das an erster Stelle der Rangliste steht, erhielt auf der deutschen Sechs-Punkte-Skala eine Note von 3,6 - ins russische System übersetzt ist das eine sichere 3.

Wäre Köln ein Schüler gewesen, hätte es die Note 4,4 erhalten. Zu den kleineren Gemeinden ist man da großzügiger: Die Gemeinden Wettringen, Rück und Rutesheim mit insgesamt 32.000 Einwohnern erhielten die Noten 2,0 bis 2,2. Und die Deutschen haben den Elberadweg, der sich von der oberen Elbe über Dresden, Magdeburg und Hamburg bis zur Nordsee erstreckt, zur besten Fahrradroute erklärt.

Umwelt-Sommerschulen in Deutschland und Russland
In Deutschland kann man lernen, wie man sich um die Natur kümmert. Hier gilt der Umweltschutz als eine der wichtigsten Prioritäten, und deshalb werden jedes Jahr mehr und mehr Öko-Schulen im Land eröffnet. Hamburg setzt einen hohen Standard in der Entwicklung der Öko-Bildung: 2011 wurde die Stadt zur Ökologischen Hauptstadt Europas ernannt. In dem Bundesland gibt es mehr als 200 Öko-Schulen, die in das lokale Bildungssystem integriert sind.

Den Kindern wird beigebracht, Bäume und Gemüse zu pflanzen, selbst energiesparende Geräte zu entwerfen, Öko-Reinigungsaktionen durchzuführen und sogar Musicals zum Thema Ökologie aufzuführen. In Russland sind vor nicht allzu langer Zeit Öko-Schulen entstanden. Einer der Initiatoren war die Higher School of Economics: Das Projekt wurde 2018 gestartet. Ihr Ziel ist es, bei den Schülern Umweltkompetenz und umweltbewusstes Verhalten zu entwickeln, um eine neue Generation von Führungskräften heranzubilden, die die Grundsätze der nachhaltigen Entwicklung teilen.

Grüner Verkehr in Deutschland
Deutschland hat es sich zum Ziel gesetzt, den CO2-Fußabdruck seiner Städte bis 2050 auf Null zu reduzieren. Zu diesem Zweck baut das Land den öffentlichen Verkehr um. So testet Berlin derzeit Ökobusse, die mit komprimiertem Erdgas betrieben werden. Und die Bundesregierung plant, in naher Zukunft eine flächendeckende Infrastruktur für die Einführung des Elektroverkehrs zu schaffen.

Derzeit sind vier Elektrobusse auf den Linien der deutschen Hauptstadt unterwegs. Ihre Strecke ist nur 7 Kilometer lang, aber Ingenieure und Transportdienstleister testen neue Kraftstoffentwicklungen, die den grünen Transport mobiler machen sollen  darunter Biogas aus natürlichen Abfällen.
Öko-Berufe in Russland und Deutschland
Deutschland ist eines der Länder, in denen es möglich ist, sich für so seltene Berufe wie Umweltpsychologe und Ökotrainer zu qualifizieren. Seit 2016 wird an der Universität Koblenz-Landau eine Ausbildung in diesen Bereichen angeboten. Gemäß den Lehrplänen ermittelt der Umweltpsychologe, wie der Mensch die Umwelt beeinflusst und wie die Natur das Leben und die Lebensbedingungen der Menschen verändert. 

Die Studierenden lernen im Rahmen ihrer Ausbildung Psychologie, Wirtschaft, Statistik und Naturwissenschaften. In Russland ist ein solcher Beruf noch nicht weit verbreitet, aber lokale Ökologen haben bereits mehrere wissenschaftliche Fachkonferenzen zum Thema Ökopsychologie abgehalten.


Ein weiterer Beruf der Zukunft ist der sogenannte Öko-Trainer, auch Öko-Berater genannt, der in Deutschland bereits recht beliebt ist. Der Spezialist muss über ein gutes Verständnis von Chemie, Biologie, Recht und Produktionsprozessen verfügen, um Unternehmen wirksam beraten zu können, damit sie ihren CO2-Fußabdruck und andere Umweltschäden verringern können.


Für einen solchen Job qualifizieren kann man sich an einer der deutschen Öko-Schulen, wo sie weit verbreitet und begehrt sind. Es ist auch möglich, in Russland Öko-Trainer zu werden: Spezialisierte Ausbildungen gibt es an den Schulen Green Driver, Eco Care, der Grünen Schule im Gorki-Park, dem Öko-Zentrum auf dem Kuskowo und anderen Einrichtungen.

Deutsche Innovationen im Recycling
Deutschland ist eines der verantwortungsvollsten Länder, wenn es um Recycling und Wiederverwertung geht. Die besten Quoten sind beim Papier- und Glasrecycling zu verzeichnen: bis zu 80% dieser Abfälle werden recycelt und in der Produktion wiederverwendet. Anders sieht es beim Kunststoffrecycling aus: Von den 6 Millionen Tonnen Kunststoffabfällen, die im Jahre 2017 gesammelt wurden, wurden nur 16% recycelt und wiederverwendet. Ein Teil dieser Abfälle wurde verbrannt oder zum Recycling in andere Länder wie China exportiert.

Doch das könnte sich bald ändern: Im vergangenen Jahr hat ein großes deutsches Unternehmen im Rahmen seines ChemCycling-Projekts eine neue Technologie für das Recycling von Kunststoffen eingeführt. Die innovative Methode ermöglicht es, aus recyceltem Kunststoff synthetisches Gas und Öl zu gewinnen. Der Konzern entwickelt außerdem Pilotversionen von Verpackungen, Ersatzteilen für Haushaltsgeräte und Dämmplatten.


Es ist wahrscheinlich, dass sich der Trend zu neuen Recyclinglösungen noch verstärken wird. 2019 trat in Deutschland ein neues Recyclinggesetz in Kraft, gleichzeitig wurde eine neue Behörde eingerichtet, die Zentrale Stelle für das Verpackungsregister. Das Gesetz und die Verordnung zielen gemeinsam darauf ab, die Recyclingraten für Verpackungen zu erhöhen. Nach dem Plan der Agentur soll die Recyclingquote bis 2022 für Kunststoffe bis zu 63 %, für Glas, Aluminium, Eisenmetalle, Pappe und Papier bis  zu 90 % und für Verbundabfälle mindestens 70 % betragen.

Taxi für Frösche in Deutschland
In Deutschland hat jeder Bürger eine Fürsorgepflicht gegenüber der Umwelt und den Bewohnern der Natur. Die Pflicht, sich um die Lebewesen zu kümmern, gilt auch für Autofahrer: Jedes Jahr im Frühling müssen Autofahrer auf den Straßen besonders vorsichtig sein, denn es ist die Zeit der Krötenfahrt.

In Deutschland gibt es fast 20 Froscharten, Erdkröten, Knoblauchkröten, Froschschwänze, Molche und Salamander. Jedes Frühjahr, wenn es nachts wärmer wird, machen sich die Amphibien auf den Weg zum Laichen.


Häufig gelangen die Tiere über Autobahnen und Schnellstraßen zu den Gewässern. Um den Fröschen nicht zu schaden, stellen die Straßenbehörden jedes Jahr im März und April spezielle Schilder an den Straßen auf, die an die Krötenwanderung und die Notwendigkeit einer Geschwindigkeitsreduzierung erinnern.


Die Amphibien und die Verkehrsbehörden pflegen seit langem eine gute Beziehung: Die Fachleute sorgen nicht nur dafür, dass die Tiere einen sicheren Weg in ihre gewohnte Umgebung finden, sondern haben auch ein Auge auf die Straßentunnel: Sie beseitigen Pflanzen, Verstopfungen und Hindernisse, die den Wasserwegen im Weg stehen.


Besonders motivierte Tiere versuchen, über das Tunnelnetz zu klettern, um so schnell wie möglich zum Teich zu gelangen - und landen in eigens aufgestellten Containern mit Wasser, in denen sie zu den ihnen zugedachten Reisezielen gebracht werden. Diese Praxis ist als Krötentaxi bekannt und hat es Umweltschützern ermöglicht, die Amphibienpopulationen in Deutschland zu verfolgen.

Müllfang in Berlin
Berlin ist nicht nur die Hauptstadt von Deutschland, sondern auch die größte Stadt des Landes. Hier fallen bis zu 1,4 Millionen Tonnen Hausmüll an, von denen fast 60 % in der grauen Tonne für unsortierten Haus- oder Sperrmüll landen. Schlimmstenfalls landet ein Teil davon in nahe gelegenen Flüssen und Gewässern wie dem Landwehrkanal. Um die Verschmutzung der städtischen Gewässer zu verhindern, gibt es in der Hauptstadt einen speziellen Müllfang. Die Mitarbeiter sammeln alles ein, was ins Wasser gelangt: Blechdosen, Einwegbecher, Tabletts, Taschen, Pizzakartons und sogar Koffer.

Freiwillige Helfer kommen ihnen oft zu Hilfe: Um die Teiche so schnell wie möglich zu säubern, organisieren sie Boots- und Kajakrennen. Im Sommer wird das Müllsammeln im Wasser zu einer lustigen Aktivität für Einheimische und Touristen: Sie umringen den Teich und feuern die aktivsten Freiwilligen an.


In Berlin ist die Recyclingfunktion auf zwei kommunale und private Betreiber aufgeteilt, die Berliner Stadtreinigung (BSR) und Alba. Die gesammelten Abfälle werden an Sortieranlagen wie z. B. in Mallsdorf weitergeleitet. Sie gilt als eine der modernsten und leistungsfähigsten Anlagen in Europa: Bis zu 140.000 Tonnen verschiedener Abfälle werden in der Anlage verarbeitet.

Seecontainerhäuser: ein russisch-deutsches Projekt
2017 gründeten Michael Heiser und Ivan Malinovsky in Deutschland ein Unternehmen, das Wohnungen aus Schiffscontainern baut. Sie bauen nach dem Baukastenprinzip: Jeder Container wird zu einem eigenen Modul und kann mit anderen kombiniert werden. Ein oder zwei Module genügen für einen Ausstellungsraum oder eine Wohnung auf dem Land, und ein Studentenwohnheim oder ein Büro kann aus Dutzenden von Modulen bestehen, die in mehreren Etagen übereinander gestapelt sind.
Es handelt sich um eine wirtschaftliche, flexible und kosteneffiziente Technologie: Gebrauchte Container, die sonst auf einer Deponie landen würden, können viele Jahre lang als hochwertiges und langlebiges Baumaterial dienen. Die Module werden vor Ort zusammengesetzt, und die Designer entwickeln für jedes Gebäude einen eigenen Stil. Dazu können verglaste Fassaden, natürliche Holzverkleidungen, helle Farben, ungewöhnlich geformte Fenster oder Dachterrassen gehören. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Gebäude jederzeit demontiert, wieder aufgebaut oder durch neue Module ergänzt werden kann.
Vogelbeobachtung in Russland und Deutschland
Vogelbeobachtung wird mit Meditation und Yoga verglichen - denn es ist eine nicht weniger schöne Art, Harmonie mit der Natur zu erleben. In Deutschland ist die Vogelbeobachtung bereits zu einer Bewegung geworden, aber auch in Russland gewinnt sie allmählich an Fahrt. Während man das in Russland Birdwatching nennt, hat sich in Deutschland die deutsche Bezeichnung Vogelbeobachtung durchgesetzt. Die Hochsaison“ in Deutschland ist im Oktober, wenn im Norden des Landes Schwärme von Zugvögeln zu sehen sind, die hauptsächlich aus Skandinavien und Russland kommen, um in Südeuropa und Afrika zu überwintern. 

Die alljährlichen Zugvogeltage finden dieses Jahr zum 13. Mal statt, und die Organisatoren haben ein Programm mit 250 Standorten sowohl für erfahrene Vogelbeobachter als auch für Anfänger vorbereitet. Das Fest findet am Wattenmeer statt, wo die Vögel Rast machen, um Kraft zu holen, und einige sogar überwintern. 


Die Vogelbeobachter-Website Wild Bird World hat eine Liste der besten Vogelbeobachtungsplätze in Deutschland zusammengestellt. Ganz oben auf der Liste steht natürlich das Wattenmeer, in dem jedes Jahr etwa 10 Millionen Zugvögel Rast machen. Auch die Mecklenburgische Seenplatte, die Ostseeinsel Rügen und das Naturschutzgebiet Mittelelbe (wo nicht nur Zugvögel, sondern auch nistende Störche zu sehen sind) sind zur Beobachtung von Zugvögeln zu empfehlen. Die Vogelbeobachter sagen, dass der Nationalpark Bayerischer Wald und der Schwarzwald die besten Orte in Deutschland sind, um einheimische Vogelarten zu beobachten.


In Russland entwickelt sich die Vogelbeobachtung als eigenständiges Hobby gerade erst, aber es gibt bereits Enthusiasten, die Touren, Wanderungen und sogar Stadtführungen zur Vogelbeobachtung organisieren. Man sagt, die besten Orte seien Tschukotka und die Wrangel-Insel, die Kurilen und die Kommandeur-Inseln. Aber so weit muss man gar nicht gehen, denn selbst in städtischen Parks kann man Dutzende von Vogelarten entdecken. Das Wichtigste sind Geduld und Aufmerksamkeit.

Kein Tropfen umsonst: Regenwassernutzung in Deutschland und der Umgang mit Regengüssen
Heutzutage sind die Menschen von Technologien umgeben, die ihnen das Leben erleichtern. Doch die Natur ist oft mächtiger als die modernste Technik. Im Jahre 2017 führte das Vierfache der monatlichen Niederschlagsmenge in Berlin zu einer noch nie dagewesenen Überschwemmung. Die Notsituation zwang die Stadtverwaltung, nach einer neuen Lösung für die Bewältigung der Überflutung zu suchen — und sie hatte Erfolg.

Die Stadtverwaltung und das städtische Wasserwerk haben ein Programm zur nachhaltigen Regenwasserbewirtschaftung entwickelt und ein neues städtebauliches Konzept für Berlin als Schwammstadt vorgeschlagen. Früher wurde das Wasser nach Regenfällen in der Regenwasserkanalisation gesammelt, aber nach den Ereignissen im Sommer 2017 beschloss die Stadtverwaltung, sich auf die Landschaftsgestaltung zu konzentrieren. Pflanzen, die in der ganzen Stadt und auf Dächern gepflanzt werden, nehmen das Regenwasser hierbei schneller auf und verhindern, dass es öffentliche Plätze überschwemmt.


Auch haben die Berliner Architekten ein System von Orten entwickelt, die nach einem Regenfall vorübergehend zu Wasserreservoirs werden: Durch die natürliche Verdunstung kühlt es die Fassaden der Gebäude und reinigt die Luft in der Stadt. Der berühmteste dieser Orte ist der Potsdamer Platz im Zentrum Berlins. Nach Angaben der städtischen Hydrologen hilft dieses System am besten, die Auswirkungen von Unwettern bei Regenfällen zu bewältigen.


Im Jahr 2017 beschloss der Deutsche Bundestag, die Entwicklung von Maßnahmen zur Regenwasserableitung zu verstärken. Die Experten planen, Beton- und Asphaltflächen zu reduzieren, Grünflächen zu vergrößern und alte Stadtviertel zu modernisieren.

Heizen in Deutschland
Deutschland ist ein Vorreiter im Bereich der grünen Energie und der nachhaltigen Entwicklung und bemüht sich mittlerweile auch darum, einen grünen Standard für die Hausheizung zu setzen. Nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) wird heute fast die Hälfte aller Wohnungen in Deutschland mit Gas oder Solarthermie beheizt: Der Anteil von Gas zum Heizen von Wohngebäuden und öffentlichen Gebäuden (Nutzungsfläche zwischen 501 und 1000 Quadratmetern) liegt bei 45,9 Prozent, der von Solarthermie bei 29,8 Prozent. Im Jahre 2019 waren 6,6% der Wohnungen an die Fernwärme angeschlossen, 3,4 % verfügten über Wärmepumpen und 2,3% wurden elektrisch beheizt.

Laut der Zeitschrift Heating Mirror können Sägemehl oder Pellets (kleine Körper aus gepressten Holzabfällen) ein neues preiswertes und umweltfreundliches Heizmaterial sein. Das Heizen mit Sägespänen würde pro Quadratmeter 6,8 Euro pro Jahr kosten - mit Pellets 9,5 Euro, mit Wärmepumpen 9,8 Euro, mit Gas 10 Euro und mit Diesel 12,1 Euro. Fernwärme ist nach wie vor am teuersten in Deutschland (12,3 Euro pro Quadratmeter und Jahr).


Holz gilt als CO2-neutraler Rohstoff: Bei seiner Verbrennung wird die gleiche Menge an Kohlendioxid in die Atmosphäre abgegeben, die das Holz während seiner Lebensdauer aufgenommen hat oder die bei seiner Zersetzung freigesetzt wird. Experten haben errechnet, dass der Zuschnitt, die Herstellung und der Transport von Sägespänen oder Pellets einen CO2-Fußabdruck von 23 Gramm hinterlassen würden.


Die deutschen Behörden suchen nun nach einem Kompromiss, nicht nur im Bereich der alternativen Wärmequellen, sondern auch bei der Senkung der Heizkosten: Laut Olaf Scholz soll der Umstieg auf saubere Energiequellen in den eigenen vier Wänden für die Menschen attraktiv sein und somit keine zusätzlichen Gebühren für umweltfreundliches Heizen erfordern.

Wie wird die Verschwendung von Lebensmitteln in Deutschland bekämpft?
Die deutsche Regierung hat ein Programm zur Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung aufgelegt. Nach Angaben der DW werden in Deutschland jedes Jahr bis zu 11 Millionen Tonnen brauchbare Lebensmittel weggeworfen. Der größte Teil des Abfalls entfällt auf Restaurants, Einzelhandelsgeschäfte und Haushalte, denn um auf dem Markt konkurrenzfähig zu sein, sind die Akteure gezwungen, Waren von einwandfreiem Aussehen und einwandfreier Qualität zu lagern. Das deutsche Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat sich zum Ziel gesetzt, die jährliche Menge an Lebensmittelabfällen bis 2030 auf 5 Millionen Tonnen zu reduzieren und eine Kultur des sorgsamen Umgangs mit Lebensmitteln zu schaffen.

Um dieses Ziel zu erreichen, haben die Behörden gesetzliche Regelungen für die Abfallbewirtschaftung vorgeschlagen: so die Rationalisierung bei der Herstellung von Lebensmitteln und bei Transport und  Verpackung. Außerdem werden Marktbetreiber ermutigt, Lebensmittel an gemeinnützige Organisationen abzugeben und soziale Kampagnen zur Förderung eines sorgfältigen Umgangs mit Lebensmitteln durchgeführt.


Für funktionierende Ideen, wie sich große Mengen Lebensmittel einsparen lassen und wie sie nachhaltiger verteilt werden können, wird in Deutschland im Rahmen des Bundeswettbewerbs Zu Gut für die Tonne! ein Sonderpreis vergeben. Seit 2019 beteiligen sich Supermärkte, große Produktionsunternehmen, Start-ups und Wohlfahrtsverbände an dieser Kampagne.


Zu den Gewinnern gehören bereits die Entwickler der App Too good to go, die Menschen dabei hilft, sich zu vernetzen, um für ein paar Euro Lebensmittel zu tauschen oder zu teilen; außerdem der Frankfurter Verein Shoutoutloud, der anbietet, aus Brotresten Bier zu brauen und der Bonner Cassius Garten, der beschlossen hat, am Ende des Arbeitstages Lebensmittel nach Gewicht und mit einem erheblichen Rabatt zu verkaufen.

Wie deutsche Universitäten versuchen, umweltfreundlicher zu werden
Nachhaltigkeit ist in Deutschland im Trend, und die deutschen Hochschulen holen auf. In den Kantinen der Universitäten beispielsweise wird nun weniger Fleisch serviert. Der Fleischanteil wurde auf dem Speiseplan um bis zu 4 Prozent reduziert, was etwa einem Fleisch- oder Fischgericht pro Woche entspricht. Es werden nun saisonale und regionale Produkte ausgewählt und die meisten Mahlzeiten sind vegetarisch oder vegan.

Viele Studentenwohnheime sind bereits auf Ökostrom umgestiegen: Sie verwenden nur noch Ökostrom, haben Bewegungsmelder in den Fluren, die das Licht automatisch ein- und ausschalten und haben neue Kläranlagen in den Kellern installiert.

Die Mitarbeiter der Universität haben einen weiteren Schritt in Richtung Naturschutz gemacht und eine Verzichtserklärung für Kurzstreckenflüge bei Dienstreisen unterzeichnet. Lehrer und Wissenschaftler haben sich verpflichtet, innerhalb einer Entfernung von weniger als tausend Kilometern umweltfreundliche Verkehrsmittel zu benutzen. Darüber hinaus wird vorgeschlagen, einige der langen, nicht umweltfreundlichen Reisen durch Online-Konferenzen zu ersetzen.

Verzicht auf Einwegplastik-Geschirr
Das Bundeskabinett hat beschlossen, dass Deutschland im Jahre 2021 auf Einwegplastikprodukte verzichten wird. Viele vertraute Gegenstände sind tabu, allen voran Kochgeschirr und Picknickbesteck. Darüber hinaus werden in der Verordnung Kaffeerührer, Cocktailstrohhalme, Luftballonhalter sowie Behälter und Becher für Speisen zum Mitnehmen genannt.

Schädliche Produkte, für die es bereits umweltfreundliche Ersatzprodukte gibt, werden aus der Produktion genommen. So haben zum Beispiel Sportler im hessischen Fulda Bio-Trinkhalme erfunden. Sie werden aus echtem Stroh hergestellt  biologisch und sehr stabil, sodass das Stroh nicht durchnässt.

Auf diese Weise lehnt Deutschland die Wegwerfkultur ab und führt bessere, innovativere und umweltfreundlichere Produkte und Lösungen ein.

Kein Tropfen umsonst: Regenwassernutzung in Deutschland und der Umgang mit Regengüssen
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