Wissenschaft und Bildung
Wissenschaft und Bildung
Möchten Sie in Deutschland studieren? Interessieren Sie sich für die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem russischen und dem deutschen Bildungssystem? Verfolgen Sie die Nachrichten aus der Welt der Wissenschaft? Alle Publikationen zum Thema Wissenschaft und Bildung haben wir für Sie in unserem Longread gesammelt.
Orchideenfächer in Deutschland
Derzeit gibt es mehr als 18.000 Studiengänge an deutschen Hochschulen. Einige von ihnen werden nirgendwo sonst auf der Welt auf Universitätsniveau studiert. Diese werden in Deutschland als Orchideenfächer bezeichnet. Wer zum Beispiel auf dem Meer segeln und das Leben zu einer ewigen Reise machen will, sollte den Studiengang Kreuzfahrtmanagement an der Hochschule Bremenhaven besuchen. Die Stadt gilt als die nördliche Hauptstadt Deutschlands, und vom dortigen Hafen legen regelmäßig Kreuzfahrtschiffe ab.

Die Universität Vechta bietet einen hochmodernen Studiengang in Gerontologie an, der Wissenschaft vom Altern. Immer häufiger hört man, dass die Grenzen der menschlichen Fähigkeiten unendlich sind und Zeit nur eine Frage der Konvention ist. Die Studierenden in diesem Bereich sind bestrebt, dies zu beweisen und die Grenzen des menschlichen Potenzials zu erweitern.

Wenn Sie nach etwas Stärkerem suchen, wartet die Fakultät für Kaffeemanagement an der Nordic School of Business in Hamburg auf Sie. Im Rahmen des Kurses lernen die Studierenden die verschiedenen Kaffeesorten und alles Wissenswerte über Produktion, Vertrieb und Verkauf des Produkts kennen.

An der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf können Sie in die japanische Geschichte und Kultur eintauchen. Heutzutage kann man Japanologie jedoch nur noch auf Master-Ebene studieren.

Onomastik, die wenig bekannte Wissenschaft der Namensherkunft, wird an der Universität Leipzig gelehrt. Es beinhaltet ein vertieftes Studium der Weltgeschichte, Kultur, Philologie und Fremdsprachen.

Diejenigen, die sich pflanzlich ernähren, werden an der Fakultät für Veganes Lebensmittelmanagement auf ihre Kosten kommen. Der Studiengang ist an der Fachhochschule des Mittelstands an den Standorten Köln, Bamberg und Berlin angesiedelt.

Für diejenigen, die die Welt retten wollen, gibt es an der Universität Magdeburg den seltenen Masterstudiengang „Sicherheit und Katastrophenschutz“. Die Schüler lernen, wie man Naturkatastrophen verhindert, die Kraft der Elemente kontrolliert und ihre negativen Auswirkungen auf das Leben der Menschen minimiert.

Und für diejenigen, die zwar an die Notwendigkeit einer Hochschulausbildung glauben, aber noch nicht wissen, was sie werden wollen, könnte der Fachbereich Rasenmanagement ein guter Einstieg sein. Ein Master-Abschluss in diesem Studiengang bietet mehr Perspektiven, als Sie vielleicht denken: ein Absolvent kann eine Karriere im Städtebau, in der Landschaftsgestaltung und in der Stadionvorbereitung für Fußballmeisterschaften verfolgen.

Bildungsmöglichkeiten für Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen in Deutschland und Russland
Im Jahrе 2020 gab es in Deutschland rund eine halbe Million Kinder und Jugendliche mit körperlichen oder geistigen Behinderungen. Fast 30 Prozent von ihnen lernen in normalen Bildungseinrichtungen, der Rest besucht Sonderschulen und Förderschulen. Heute gibt es in Deutschland 13 Bildungseinrichtungen dieser Art, was nicht nur in Europa, sondern auch weltweit die höchste Zahl ist.Und doch herrscht im ganzen Land ein integrativer Ansatz vor. Im Dezember 2006 ratifizierte Deutschland die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, die besagt, dass jedes Kind die gleichen Chancen hat - auch beim Zugang zu Bildung. Nach der Verabschiedung der Konvention begann das Land mit der Schließung von Förderschulen.

Laut einer Umfrage des Deutschen Studentenwerks haben 19 Prozent aller Studierenden in Deutschland besondere Bedürfnisse. Rund 8 Prozent haben körperliche oder geistige Behinderungen oder leiden an chronischen Krankheiten.

Das deutsche Recht schützt sie vor einer Vielzahl von Problemen: Studierende können Unterstützung vom Sozialamt ihres Studienbereichs erhalten, von der Universität persönliche Assistenten gestellt bekommen und von ermäßigten Studiengebühren während ihres Studiums profitieren. So können sie beispielsweise eine Verlängerung der Prüfungsvorbereitungszeit und die Nutzung von Bibliotheksliteratur, zusätzliche technische Hilfsmittel für das Studium und ein speziell ausgestattetes Zimmer im Studentenwohnheim erhalten.

In Russland wird diese Unterstützung von privaten Stiftungen geleistet: Eine Stiftung hat ein Bildungs- und Berufsberatungsportal für Kinder und Jugendliche mit geistigen und körperlichen Behinderungen eingerichtet. Eine andere hat eine nationale integrative Kunstschule gegründet, deren Schüler an internationalen Kunstwettbewerben teilnehmen und ihre Arbeiten sogar in Kunstgalerien ausstellen.

Was muss man über die Max-Planck-Gesellschaft Deutschland wissen?
Die Max-Planck-Gesellschaft ist eines der renommiertesten Forschungszentren der Welt. Seit mehr als 60 Jahren unterstützt diese Organisation weltweit die Forschung von Wissenschaftlern und Innovatoren in den Bereichen Biologie, Medizin, Astronomie, Physik und Chemie. Die Gesellschaft, deren Vorgänger die von 1911 bis 1948 bestehende Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft war, wurde 1948 gegründet. Denn nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Aktivitäten der Vorgängerorganisation reduziert: Sie wurde teilweise aufgelöst und die meisten Institute wurden von der neu gegründeten Max-Planck-Gesellschaft übernommen.

Dem Verband gehören heute mehr als 80 wissenschaftliche Institute, Laboratorien und Arbeitsgruppen an, die an der Spitze der modernen Naturwissenschaften stehen. Die Max-Planck-Gesellschaft hat 17 Nobelpreisträger in ihren Reihen, und die ihr angeschlossenen Institute haben weltweit die zweithöchste Zahl von Veröffentlichungen in renommierten wissenschaftlichen Zeitschriften (Harvard steht an erster Stelle). Im Jahr 2010 wurden mehr als 13.000 Publikationen im Namen der Gesellschaft veröffentlicht.

Die Aufgabe der Vereinigung besteht darin, nach innovativen Ansätzen und Lösungen zu suchen, dabei einen interdisziplinären Ansatz zu verfolgen und offen für die Zusammenarbeit mit internationalen Universitäten und Forschungszentren zu sein. Der Max-Planck-Gesellschaft gehören heute rund 9.000 Forscher und Nachwuchswissenschaftler aus der ganzen Welt an.

Das Spektrum der Grundlagenforschung, die in der Gesellschaft betrieben wird, ist sehr breit. Heute arbeiten Wissenschaftler der Max-Planck-Gesellschaft an Teleskopen und Quantenchips der nächsten Generation, entwerfen Modelle winziger Computer, erforschen die DNA, entdecken neue Galaxien, untersuchen schwarze Löcher, führen genetische Experimente durch oder suchen nach alternativen Energiequellen und entwickeln Heilmittel für Krebs.

Wie die Grundlagenforschung in Deutschland funktioniert
Neue Technologien, Medikamente oder Materialien können nur durch ernsthafte Investitionen in Experimente, Forschung und Versuche entwickelt werden, die von jeglichen „Bedürfnissen“ und „Wünschen“ losgelöst zu sein scheinen. Wir sagen Ihnen, wie die Grundlagenforschung in Deutschland funktioniert. Mehr als 40 Institute erhalten staatliche Unterstützung. Diese werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) bereitgestellt. Mehrere Forschungsinstitute werden außerdem von Fachministerien unterstützt.

Auf Landesebene unterstützen die Ministerien für Bildung und Forschung sowie die Wirtschaftsministerien mehr als 130 Institute.

In Deutschland gibt es keine einzelne Akademie der Wissenschaften, sondern einen Zusammenschluss von acht Akademien, die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Akademien mit Sitz in Mainz. Eine davon, die Leopoldina-Akademie der Wissenschaften, berät die Bundesregierung in Fragen der Wissenschaft und Entwicklung und vertritt die deutsche Wissenschaft in der Welt.

Nicht wenige Wissenschaftler sind im universitären Umfeld angesiedelt – denn in Deutschland gibt es etwa 400 Universitäten. Die meisten außeruniversitären und nichtstaatlichen wissenschaftlichen Einrichtungen sind in vier Organisationen zusammengefasst: die Max-Planck-Gesellschaft (MPG), die Fraunhofer-Gesellschaft (FhG), die Helmholtz-Gemeinschaft (HGF) und die Leibniz-Gemeinschaft (WGL).

Viele Forschungsinstitute haben kleine Unternehmen gegründet, die ihre Tätigkeit auf die wissenschaftliche Forschung ausrichten. Solchen Start-ups fällt es in der Regel leicht, Patente für ihre Erfindungen zu erhalten, Investoren anzuziehen und das Vertrauen der Wirtschaft zu gewinnen.

Wie kommt man zu einem deutschen Masterstudiengang und lohnt es sich?
Zhenya (26 Jahre alt) aus Moskau erzählt ihre Geschichte: „Die Ausbildung in Deutschland ist kostenlos“ (nur ein Semesterticket ist zu bezahlen – ein Studententicket, das zur kostenlosen Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel berechtigt).

Um in den deutschen MA einzusteigen, benötigen Sie einen Bachelor-Abschluss in einem gleichen oder ähnlichen Studiengang (er ist obligatorisch – um die Richtung zu wechseln, müssen Sie sich wieder in die Reihen der Bachelor-Studenten eingliedern) und ein Zertifikat über ausreichende Deutsch- oder Englischkenntnisse (mindestens B2). Höchstwahrscheinlich müssen Sie ein Motivationsschreiben verfassen, ein Vorstellungsgespräch oder einen Kreativwettbewerb absolvieren und Ihr Forschungsvorhaben vorstellen: Beschreiben Sie, worum es in Ihrer Masterarbeit gehen soll.

In Deutschland gibt es gemeinhin viele Studenten aus verschiedenen Ländern, so dass alles wie am Schnürchen läuft. Neben einem intensiven Sprachkurs, noch bevor Sie Ihr Studium beginnen, wird Ihnen, sobald Sie angenommen wurden und Ihre bürokratischen und Visumsangelegenheiten geklärt sind, höchstwahrscheinlich ein „Integrationskurs“ angeboten, in dem Sie etwas über das Leben in Deutschland erfahren und andere Studierende auf spielerische Weise kennen lernen. Natürlich variiert die Erfahrung je nach gewähltem Studienfach und nach Stadt. Aber ein Masterstudium in Deutschland ist eine unvergessliche Erfahrung, die neue berufliche Möglichkeiten eröffnet und neue Freunde aus der ganzen Welt bringt!

Sie denken über ein Masterstudium in Deutschland nach? In unseren Karteikarten erzählen wir, was man vor der Bewerbung tun muss
Um den richtigen Studiengang zu finden, nutzen Sie den Masters-Aggregator, in dem Sie die wichtigsten Auswahlkriterien angeben können. Universität ausgewählt, herzlichen Glückwunsch! Prüfen Sie, ob Ihre Universität eine Quote für Ausländer hat. Wenn ja, dann ist es umso einfacher, sich einzuschreiben! Finden Sie heraus, welche Sprachprüfungen Sie ablegen müssen, um zugelassen zu werden. Bereiten Sie sich gründlich vor.
Wenn Sie gute akademische Leistungen und/oder eine schwierige finanzielle Ausgangslage haben, können Sie sich um ein Stipendium des deutschen Staates bewerben. Dieser Betrag beläuft sich in der Regel auf rund 450 Euro pro Monat. Es besteht auch die Möglichkeit, eine Studienbeihilfe von bis zu 700 € pro Monat zu beantragen. Nehmen Sie Kontakt zu Studenten oder Ehemaligen der Universität auf, an der Sie sich bewerben möchten. Dies ist eine unschätzbare Quelle für Informationen aus erster Hand!
Haben Sie es geschafft, einen Masterstudiengang in Deutschland zu belegen? In unseren Karteikarten erzählen wir, was man alles beachten muss, nachdem man einen Studienplatz gefunden hat
Setzen Sie sich im Voraus mit der Universitätsverwaltung in Verbindung, um einen Platz in einem Wohnheim oder eine Empfehlung für eine Unterkunft zu erhalten. Studenten finden leichter Arbeit: Nutzen Sie das aus! Sie könnten einen Traum-Praktikumsplatz oder einen Teilzeitjob bei einem Unternehmen bekommen, das Ihnen gefällt. Zudem wird leistungsstarken Studenten häufig angeboten, nach ihrem Abschluss im Unternehmen zu bleiben.
Masterabschlüsse sind eine gute Gelegenheit, die Sprache zu erlernen oder zu festigen. Alle Hochschulen bieten spezielle Sprachkurse, Clubs und Tandemprogramme an. Bei Problemen oder Schwierigkeiten können Sie sich an den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) wenden, der sich mit der Hochschulpolitik befasst, sich für Studierende einsetzt und sie in akademischen Fragen berät. Die meisten Universitäten kümmern sich auch in der Freizeit um die Studierenden: Neben Sprachkursen gibt es Sportkurse und verschiedene Aktivitäten und Hobbygruppen. Darüber hinaus gibt es fast überall kostenlose und anonyme Beratungsdienste für Studierende.
Russische Schulen in Deutschland
Die Schulmessen haben bereits begonnen und viele von uns bereiten sich auf das neue Schuljahr vor. Wir haben bereits über deutsche Schulen in Russland geschrieben. Heute aber werden wir Ihnen sagen, wohin russische Auswanderer in Deutschland ihre Kinder zum Lernen schicken, damit sie die Sprache nicht vergessen und den Kontakt zu ihrer Kultur nicht verlieren.

Puschkin-Schule in Frankfurt

Die Schule ist für Kinder aus russlanddeutschen Familien bestimmt. Hier wird ihnen einerseits geholfen, sich in die deutsche Realität zu integrieren und andererseits den Kontakt zur russischen Kultur und Sprache zu halten. Die russische und die deutsche Muttersprache sind fast gleichmäßig vertreten, so dass die Lehrer ein Konzept fördern, das als „Zwei-Wege-Immersion“ bekannt ist, z. B. arbeiten die Kinder bei Gruppenprojekten immer im Tandem, um ihre Kenntnisse in Russisch und Deutsch gegenseitig zu ergänzen.

Deutsch-russisches Bildungszentrum in München

Ein Schwerpunkt dieser Schule ist die zweisprachige Erziehung. Und es geht nicht nur darum, Deutsch und Russisch zu lernen, sondern insgesamt darum, zwei Sprachen auf muttersprachlichem Niveau zu entwickeln und zu pflegen. Zweisprachigkeit ist wie Studien zeigen nicht nur praktisch, sondern verbessert die kognitiven Funktionen, trainiert die Fähigkeit, große Mengen an Informationen zu verarbeiten und im Gedächtnis zu behalten und verringert sogar das Risiko, im Alter an Alzheimer zu erkranken.

Russische Schule Raduga-Mönchengladbach

Im Gegensatz zu den beiden vorherigen Schulen ist Raduga eine russischsprachige Schule. Statt 1 „B“ und 3 „A“ gibt es eine „grüne Klasse“ und eine „türkise Klasse“; die Lehrer werden weder mit dem Vatersnamen noch mit dem strengen deutschen „Frau Müller“ angesprochen, sondern einfach mit ihrem Vornamen. Statt der traditionellen Fächer gibt es viel Raum für Kreativität und zum Beispiel das Unterrichtsfach Reisegeschichte. Der Unterricht an der Schule findet an den Wochenenden statt, damit die Kinder ihn mit der deutschen Schule kombinieren können.

Berufliche Bildung und Ausbildung in Deutschland
In Russland gibt es viele Vorurteile gegenüber der beruflichen Bildung: Viele Menschen gehen davon, dass diese schlechter sei als ein Universitätsstudium. Das ist in Deutschland nicht der Fall: Wir sagen Ihnen, was Sie über das deutsche Ausbildungssystem wissen müssen. In Deutschland sind die Berufsschulen eine praktische Alternative zu einer akademischen Ausbildung. Sie wird von Menschen gewählt, die sich nicht in Wissenschaft und Theorie vertiefen, sondern einen bestimmten Beruf erlernen wollen.

Die berufliche Bildung basiert auf dem System der dualen Ausbildung: Der größte Teil der Zeit wird dabei mit praktischer Arbeit im Unternehmen verbracht, trotzdem lernen die Studenten auch die Theorie in der Hochschule. Der größte Vorteil der Berufsausbildung in Deutschland ist daher die praktische Arbeit vom ersten Tag der Ausbildung an.

In Deutschland gibt es rund 330 Berufsausbildungsgänge. Die Ausbildung kann je nach Komplexität des Berufs zwischen einem und vier Jahren dauern.

Die einzige gemeinsame Voraussetzung für alle Programme ist der Abschluss der Sekundarstufe. Ansonsten sind die Zulassungsvoraussetzungen sehr unterschiedlich, aber im Allgemeinen werden die Bewerber auf Grundlage eines persönlichen Gesprächs angenommen.

Das Unternehmen, in dem das Berufsbildungsprogramm durchgeführt wird, übernimmt die Studiengebühren für jeden Auszubildenden und zahlt ein Stipendium von durchschnittlich 800-1000 Euro. Mit anderen Worten: Ein Student in Deutschland muss sich nicht um einen Job bemühen, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Deutsche Schulen in Russland
Deutsche Schulbildung ist auch in Russland möglich. In Moskau und St. Petersburg gibt es dafür spezielle Schulen, die von der deutschen Botschaft und dem Generalkonsulat betrieben werden. Zwar verlangen die Schulen eine Gebühr für ihre Ausbildung, jedoch erhalten die Absolventen ein Zertifikat, das sowohl von deutschen als auch von russischen Universitäten und Hochschulen anerkannt wird.

Die Deutsche Schule Moskau ist eine Insel der Deutschen in Moskau. Hier lernen Kinder aus 14 Nationalitäten; der Unterricht findet vollständig in deutscher Sprache statt, Russisch ist für alle Schüler der Klassen 1-12 Pflicht. Hier werden alle deutschen Feiertage gefeiert und jeder, der möchte, kann an den Festlichkeiten teilnehmen. Zum Beispiel wird jedes Jahr ein stimmungsvoller Weihnachtsmarkt organisiert.

Die Schule im deutschen Generalkonsulat befindet sich auf der Petrograder Seite und wurde 2009 eröffnet. Der Unterricht hier folgt dem Lehrplan des Bundeslandes Thüringen und das Notensystem entspricht dem deutschen: eine Eins ist die beste Note, und eine Sechs ist ungenügend.

Deutsche Bildung in Russland
Es ist möglich, an einer deutschen Universität zu studieren, ohne Russland verlassen zu müssen. Das ist zum Beispiel das GRINT, das Deutsch-Russische Institut für Neue Technologien, das 2014 in Kasan eröffnet wurde. Es ist ein gemeinsames Projekt des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und der Nationalen Technischen Universität Kasan.

Drei deutsche Universitäten schlossen sich ihm an: die Universität Magdeburg, die Technische Universität Ilmenau und die Technische Universität Kaiserslautern. Sie haben jeweils drei Masterstudiengänge für GRINT-Studierende entwickelt: hauptsächlich in den Bereichen Ingenieurwesen - Systemtechnik, Energietechnik, Chemietechnik sowie Quantentechnologien und Datenverarbeitung. Und jeder GRINT-Absolvent erhält nach seinem Abschluss sowohl einen Master-Abschluss der Universität Kasan als auch von einer der drei deutschen Universitäten.

Die Forschungsarbeit bei GRINT baut auf deutschen Grundlagen auf und wird von deutschen und russischen Wissenschaftlern koordiniert. Die Vizepräsidenten von GRINT sind die Rektoren der Partneruniversitäten: Professor Peter Scharff, Rektor der Technischen Universität Ilmenau und Spezialist für Chemieingenieurwesen, und Jens Strackeljan, Rektor der Universität Magdeburg und Professor für Medizintechnik. Der deutsche Direktor von GRINT ist Dr. Christian Hartmann, der in der Abteilung für Radioelektronik und Kommunikationssysteme forscht.

Welche Fremdsprachen lernt man in der Schule in Deutschland?
In deutschen Schulen wird viel Wert auf das Erlernen von Fremdsprachen gelegt. Die Anzahl der Fächer und die Auswahl an Sprachen hängt von der Schulart ab. In den Gymnasien wird beispielsweise die erste Fremdsprache ab der 5. Klasse unterrichtet; in der 6. oder 7. Klasse beginnen die Schüler mit der zweiten Fremdsprache, einschließlich der antiken Sprachen; ab der 8. Klasse können die Schüler eine dritte Fremdsprache wählen.

Die beliebteste Fremdsprache unter deutschen Schülern ist Englisch mit rund 7 Millionen Lernenden. Die zweitbeliebteste Sprache ist Französisch (1,5 Millionen) und die drittbeliebteste Sprache ist Spanisch (500.000). Mit ihr konkurriert jedoch Latein – das immerhin von 560 Tausend Schülern bevorzugt wird.

Die Sprachlehrpläne variieren je nach den Anforderungen der einzelnen Bundesländer. Der allgemeine Trend geht jedoch dahin, dass die Deutschen frei mit ihren geografischen Nachbarn kommunizieren können. So ist beispielsweise Französisch im Saarland, das an Frankreich grenzt, Dänisch in Schleswig-Holstein, Niederländisch in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, Polnisch in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern und Tschechisch in Bayern Pflicht.

Russisch war früher in der DDR eine Pflichtsprache für Schüler. In einigen Gegenden ist sie noch immer beliebt: In Thüringen beispielsweise wird sie noch immer in den Schulen unterrichtet. Heute lernen etwa 100.000 Schüler an Grundschulen, weiterführenden Schulen und Hochschulen in Deutschland Russisch.

Studieren in Deutschland von jedem Ort der Welt aus
Heutzutage, wo die Vorlesungen an den besten Universitäten der Welt auf Zoom und die Kommunikation mit den Professoren auf Slack verlagert werden, gilt das Fernstudium längst nicht mehr als etwas Unzureichendes – wenn Sie sich also für ein Studium in Deutschland interessieren, empfehlen wir Ihnen, sich die Online-Formate genauer anzusehen. Viele Universitäten in Deutschland bieten Fernstudiengänge an: die Freie Universität Berlin, die Universität Leipzig, die Universitäten Koblenz und Bielefeld und viele mehr. Es gibt auch reine Fernuniversitäten. Eine davon, die Fachhochschule Hagen, ist sogar eine staatliche Universität. Dazu gibt es drei private: die Wilhelm-Büchner-Hochschule in Darmstadt, die Hochschule für Fernstudien Riedlingen und die Europäische Fernschule in Hamburg.

Obwohl die Auswahl an Studienfächern an Fernuniversitäten nicht so groß ist wie an traditionellen Einrichtungen, gibt es viele interessante Programme in den Bereichen Management und Wirtschaft. Und die Qualität der Ausbildung wird durch das Fernstudium sicherlich nicht beeinträchtigt.

Die Zulassungsvoraussetzungen für ein Fernstudium in Deutschland sind die gleichen wie für ein Vollzeitstudium: ein Studienjahr an der Universität im Heimatland (oder ein Ausbildungsjahr am Studienkolleg) für einen Bachelor-Abschluss und ein Hochschuldiplom für einen Master-Abschluss. Und natürlich ein Zertifikat über die Beherrschung der deutschen oder englischen Sprache.

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