Soziale Projekte
Soziale Projekte
Interessieren Sie sich für soziale Initiativen? Möchten Sie an einem Projekt in den Bereichen Demokratie, Menschenrechte oder Integration teilnehmen? Möchten Sie Erfahrungen mit Kollegen aus anderen Ländern austauschen? Wir haben für Sie alle Publikationen zu sozialen Projekten in Russland und Deutschland zusammengestellt.
Online-Konsultation eines Arztes: wie funktioniert es in Deutschland
Online bestellte Lebensmittel, Kleidung oder Technik überraschen heute niemanden mehr. Längst ist die virtuelle Technologie zu einem festen Bestandteil unseres Lebens geworden. In Deutschland gibt es seit kurzem außerdem die Möglichkeit, Ärzte per Videokonferenz zu konsultieren. Deutsche Ärzte dürfen erst seit 2019 Fernsprechstunden abhalten. In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach Online-Terminen so erheblich gestiegen, dass eine Vielzahl von Start-ups entstanden ist - Websites und Apps, die Ihnen dabei helfen, Ihren Arzt zu kontaktieren, ein Rezept zu erhalten, Medikamente zu kaufen oder Testergebnisse zu erhalten. Einige von ihnen werden durch Versicherungsprämien finanziert, andere sind gebührenpflichtig.

Natürlich kann eine solche Fernuntersuchung nicht immer das persönliche Gespräch mit dem Arzt ersetzen. Manchmal sind für eine korrekte Diagnose beispielsweise zusätzliche Tests erforderlich. In solchen Fällen wird der Arzt selbst eine Offline-Konsultation vorschreiben.

Glinka, Mohren und Karotten: Was haben sie gemeinsam?
Im Jahr 2020 gab es in Berlin eine heftige Debatte über die Umbenennung der Mohrenstraße. Die Black-Lives-Matter-Bewegung hat Fragen dazu aufgeworfen, wie problematisch dieser Name ist. Schließlich ist „Mohr“ eine veraltete Bezeichnung für die schwarze Bevölkerung, die heute als diskriminierend angesehen wird. Der Name Mohrenstraße wurde sowohl für die Straße als auch für den U-Bahnhof verwendet, und bis vor kurzem rief der Name bei den meisten Berlinern keine besonderen Assoziationen hervor. Nach der Bekanntgabe der Umbenennung schrieben viele Menschen in den sozialen Medien, dass sie nie über die eigentliche Bedeutung des Namens nachgedacht hatten und glaubten, er hätte etwas mit Möhren zu tun.

Doch bei der Umbenennung traten Probleme auf: Das zentrale Berliner Verkehrsunternehmen hatte die Initiative ergriffen, den U-Bahnhof in Glinkastraße umzubenennen – nach dem Namen einer nahegelegenen Straße, die nach dem russischen Komponisten Michail Glinka benannt ist. Zwar reagierten die Berliner zuerst enthusiastisch auf die Nachricht, bald tauchte jedoch ein Problem mit dem Namen auf: Weil es Hinweise darauf gibt, dass Glinka ein Antisemit war, wurde die U-Bahn-Station letztlich nie umbenannt.

Stattdessen benannten die Berliner Behörden die Straße selbst um. Die ehemalige Mohrenstraße ist heute nach Anton Wilhelm Amo benannt. Der 1703 in Ghana geborene afrikanische Philosoph wurde als Kind versklavt und nach Deutschland verschleppt, wo er (für damalige Verhältnisse) jedoch außerordentlich erfolgreich war. Amo arbeitete als Professor an den Universitäten von Jena und Halle und kämpfte gegen Rassismus und soziale Stigmatisierung im Allgemeinen. Nicht nur als Student, sondern auch als Dozent war Amo der erste Afrikaner, der an einer europäischen Universität zugelassen wurde.

Speed-Dating in Russland und Deutschland
Entgegen dem Klischee, die Deutschen seien streng, kalt und unfähig, starke Gefühle zu empfinden, hat sich das deutsche Marketing 2017 mächtig ins Zeug gelegt, um denjenigen zu helfen, denen es an Dates mangelt: Eine große Supermarktkette veranstaltete ein großes Speeddating für Auszubildende. Während des Treffens konnten sie zwanglos Eindrücke über ihre Arbeitserfahrungen austauschen, sich besser kennenlernen und das Eis der Konventionalitäten brechen.

Ähnliche Initiativen gibt es auch in Russland: So bieten einige Bildungsprojekte clevere Speeddating-Veranstaltungen für diejenigen an, die Gleichgesinnte und den Partner ihrer Träume kennen lernen möchten.

Die Diskussionsthemen reichen von abstrakten bis hin zu sehr persönlichen Themen: Kann man sich in einen Roboter verlieben? Was muss man tun, bevor ein riesiger Meteorit die Erde trifft? Wie würden Sie reagieren, wenn Ihr Partner Sie bitten würde, ein Kind zu bekommen, und Sie nicht bereit wären?

Erinnerungskultur in Deutschland und Russland: Projekte „Stolpersteine“ und „Letzte Adresse“
„In diesem Haus lebte und arbeitete...“ – und dann folgt in der Regel der Name eines allgemein bekannten Politikers, Schriftstellers oder Wissenschaftlers. Aber es sind nicht nur große Namen, die es verdienen, im historischen Gedächtnis verewigt zu werden. „Die letzte Adresse“ ist ein russisches Gedenkprojekt, das die Schicksale einfacher Menschen aufzeigt, die in der UdSSR Opfer politischer Repressionen wurden. Jedes Opfer erhält eine Gedenktafel mit seinem Namen und seinen Lebensjahren, die am letzten bekannten Wohnort der Person angebracht wird. Jeder, der Informationen über diese „letzte bekannte Adresse“ hat, kann sich um die Anbringung einer Gedenktafel bewerben.

Das Beispiel dieses Projekts zeigt, dass sich die russischen Städte allmählich weg von einem monumentalen Gedächtnisparadigma und hin zu einem Erinnerungsparadigma entwickeln: Das heißt, Erinnerungsbilder werden zunehmend nicht in sperrigen Statuen und Denkmälern verewigt, sondern in kleinen Details und in Erinnerungen, die uns im städtischen Raum begegnen.

In vielerlei Hinsicht macht sich die russische Gedenkkultur die deutschen Erfahrungen zu eigen. So ist das Projekt „Die letzte Adresse“ von dem ähnlichen deutschen Projekt „Stolpersteine“ inspiriert, bei dem kleine quadratische Messingtafeln direkt in Pflastersteine und Gehwege in der Nähe der Häuser von NS-Opfern eingelassen wurden. In die Tafeln sind der Namen, die Lebensdaten und der Sterbeort einer Person eingraviert.

Hilfe für Obdachlose in Russland und Deutschland
Einer der Hauptschwerpunkte der sozialen Dienste in Deutschland ist die Unterstützung und Hilfe für Obdachlose. „Fiftyfifty“ bietet diesen Menschen im Rahmen des Projekts „Housing First“ grundlegende Hilfe an. Das Ziel der Organisation ist es, Obdachlosen eine eigene Wohnung zu geben. Julia von Lindern, die Gründerin des Projekts, ist davon überzeugt, dass es den Menschen in einer sicheren Umgebung viel leichter fällt, in ein normales gesellschaftliches Leben zurückzukehren. Die Ergebnisse von „Housing First“ sind beeindruckend: Zwischen 75 und 90 Prozent der Teilnehmer kehren nicht auf die Straße zurück.
In Russland helfen Wohlfahrtsverbände den Obdachlosen. So wurde das Projekt „Nochlezhka“ vor dreißig Jahren in St. Petersburg ins Leben gerufen, und erst vor drei Jahren entstand eine Filiale in Moskau. Die Mitarbeiter von „Nochlezhka“ versorgen die Menschen kostenlos mit einem Dach über dem Kopf, Nahrungsmitteln, medizinischer Versorgung und den notwendigsten tagtäglichen Hilfeleistungen. Nach Ansicht von Darja Baibakowa, der Leiterin der Moskauer Zweigstelle von „Nochlezhka“, „sind nicht die Obdachlosen, sondern die Obdachlosigkeit zu bekämpfen“.
Stipendium für Nichtstun
Unser Leben ist vom Tätigsein geprägt: Denn wir müssen aktiv werden, um Geld zu verdienen, unser Leben zu organisieren, unsere Zeit zu verleben und sogar um uns zu entspannen. Aber alle unsere Handlungen haben Konsequenzen, welche die Umwelt, andere Menschen und uns selbst verändern. Die Hochschule für bildende Künste Hamburg ist zu dem offensichtlichen Schluss gekommen: Nur wenn man etwas nicht tut, bleibt es folgenlos. Also starteten sie das Projekt „Schule ohne Konsequenzen“.

Ihr Initiator Friedrich von Borries bot Freiwilligen (die aus einem Pool von 2.000 Personen ausgewählt wurden) ein Stipendium von je 1.600 Euro, damit sie einer gewohnten Tätigkeit nicht mehr nachgehen. Man könnte es ein Stipendium fürs Nichtstun nennen, woraufhin die Idee des Projekts absurd erscheinen würde. Aber wenn man darüber nachdenkt, was wäre denn eigentlich, wenn unsere Untätigkeit tatsächlich wertvoller ist als unser Handeln?

Drei Mädchen haben das Stipendium gewonnen: Eine von ihnen wird eine Woche lang keinen Hidschab mehr tragen, eine Andere wird eine Woche lang keine neuen Daten generieren (z. B. Beiträge in den sozialen Medien), und die Dritte wird eine Woche lang nicht arbeiten gehen. Noch bis zum 18. Juli ist im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe eine Ausstellung über die Schule der Unangepasstheit zu sehen. Für das Projekt gibt es sogar eine Smartphone-App, in der den Nutzern verschiedene Wochenaufgaben gestellt werden.


Vielleicht sollten wir uns zwischen den Produktivitätsworkshops auch im Nichtstun üben?

Das neue Format der Schönheitswettbewerbe in Deutschland
Es gibt eine zunehmende Debatte darüber, wie ethisch vertretbar die Tradition der Schönheitswettbewerbe ist, die sich seit vielen Jahrzehnten kaum verändert hat und die viele daher als sexistisch und veraltet betrachten. Die Organisatoren der Miss Germany 2020 kamen zu dem Schluss, dass es an der Zeit war, die Wahl an die modernen Gegebenheiten anzupassen. Sie stellten erstmals eine reine Frauenjury zusammen, um die Bewertung unparteiischer zu gestalten und eine Objektivierung der Kandidatinnen durch Männer zu vermeiden.

Die diesjährige Miss Germany-Wahl stand unter dem Motto „Empowering Real Women“, und der Schwerpunkt des Wettbewerbs verlagerte sich von der körperlichen Erscheinung der Mädchen auf ihre Lebenserfahrung und Persönlichkeit. Die Gewinnerin des Wettbewerbs war die 33-jährige Anja Kallenbach aus Thüringen, eine Mutter von zwei Kindern (sie wird nicht an der Miss World-Wahl teilnehmen können, da die Teilnehmerinnen weder verheiratet sein noch Kinder haben dürfen). Anja, die ihre Aufgabe darin sieht „andere mit Lebensfreude und Mut anzustecken“, hat die Jury vor allem mit ihrer Ausstrahlung und Vitalität begeistert. 

In Russland ist der Wandel noch weniger grundlegend, vor einigen Jahren aber protestierten Studenten der Higher School of Economics gegen die Miss HSE-Schönheitswahl. Die Hauptbeschwerde war, dass bei den Universitätswettbewerben nur das äußere Erscheinungsbild der Mädchen bewertet wurde. Die Organisatoren reagierten fast unmittelbar auf die Proteste, sagten den Laufstegwettbewerb ab und gestalteten die gesamte Veranstaltung so um, dass das Talent der Teilnehmerinnen im Mittelpunkt stand.

Karte der Zugänglichkeit in Russland und Deutschland
Wie macht man das dichte Treiben des Stadtlebens für alle zugänglich? Wir berichten über barrierefreie Umweltprojekte in Russland und Deutschland. Das Projekt Accessibility Map wurde während der Paralympics in Sotschi ins Leben gerufen und sollte Menschen mit Behinderungen ursprünglich die Möglichkeit dazu geben, Orte in der Stadt zu finden, an denen sie Sport treiben können. Das Projekt ist nun über diese Idee hinausgegangen und bietet eine Karte der Städte mit eingezeichneten barrierefreien Einrichtungen und Objekten.
Eine ähnliche Karte ist für deutsche Städte verfügbar. Markiert sind z. B. barrierefreie Sportanlagen sowie spezielle Zentren, die Veranstaltungen und kreative Aktivitäten für Menschen mit Behinderungen anbieten.
Bekämpfung von Kinderarmut in Deutschland und Russland
Die nordrhein-westfälische Stadt Dormagen ist nicht nur für die Abtei Knechtsteden aus dem 12. Jahrhundert und ihre mittelalterlichen Gebäude bekannt, sondern auch für ein erfolgreiches Modell zur Prävention von Kinderarmut. Laut Uwe Sandvoss, Dormagens Beauftragten für die Prävention von Kinderarmut, ist jedes fünfte Kind in Deutschland von Armut bedroht. Um die Risiken zu verringern, hat Dormagen spezialisierte Teams eingerichtet, die benachteiligte Familien unterstützen, Kinder in den ersten Wochen nach der Geburt medizinisch untersuchen sowie Eltern und Neugeborenen notwendige Unterstützung bieten.

Der gleichen Arbeit geht der Verein Aelius Förderwerk nach: Seit . Die Gründung der Stiftung, die seit 2018 ein umfangreiches Förder- und Betreuungsprogramm für Kinder anbietet, war ein Wendepunkt in der Entwicklung des Systems der Bildungsförderung für Kinder aus benachteiligten Familien. Die Arbeit des Projekts besteht im Wesentlichen darin, eine Gemeinschaft von Mentoren zu bilden, die den Kindern dabei helfen, ihre Träume zu verwirklichen und ihren Platz im Leben zu finden. Die Freiwilligen der Organisation motivieren die Kinder, ihre schulische und universitäre Ausbildung fortzusetzen, fördern ihren kreativen Ehrgeiz und helfen ihnen bei den ersten Schritten im Berufsleben.

Einer ähnlichen Tätigkeit geht in Russland die Wohltätigkeitsorganisation Kinderdörfer | SOS Russland nach. Die Arbeit der Stiftung ist auf die Erziehung, Anpassung und Entwicklung von Kindern aus benachteiligten Familien und „Sozialwaisen“ ausgerichtet. Unterstützt werden sowohl kleine Kinder als auch Jugendliche – die Kinder erhalten durch die Unterstützung von Mentoren, Schulungen und durch die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Zentrums die Chance, ihr Leben so zu gestalten, wie sie es sich wünschen.

Inklusiver Museumsraum in Deutschland und Russland
Wie kann das rege städtische Leben für alle zugänglich gemacht werden? Wir berichten über Projekte für mehr Barrierefreiheit im öffentlichen Raum in Russland und Deutschland.Die Ausstellung des Museums für russischen Impressionismus in Moskau ist so konzipiert, dass sie auch für blinde Menschen zugänglich ist. So sind in den Museumssälen taktile Gemälde und Audioinstallationen integriert und neben einigen Kunstwerken stehen auf speziellen Standvorrichtungen sogar Duftdüsen, die mit Kappen bedeckt sind. Mit diesen Düften können Sie die Atmosphäre der impressionistischen Gemälde nachempfinden: den Geruch des Meeres, eines Kiefernwaldes oder den von Aprikosenmarmelade.
Das Dresdner Hygienemuseum ist in seiner Thematik einzigartig und für Menschen mit Behinderungen voll zugänglich - wie die meisten Museen in Deutschland, wo Barrierefreiheit schon lange ein Muss ist. So gibt es im Hygiene-Museum neben Rampen, taktilen Bedienelementen in Aufzügen und taktiler Navigation auch höhenverstellbare Kassen und Informationsschalter, spezielle Audioguides für Sehbehinderte und, dank einer speziell dafür entwickelten App, einen Videoguide in Gebärdensprache für die Museumsausstellung.
Preis der Robert Bosch Stiftung für soziale Projekte
Deutschland ist ein Land, das offen ist für die Zusammenarbeit mit anderen Staaten und das so einen produktiven Dialog aufbauen möchte. Um die Beziehungen zu den östlichen Nachbarn und insbesondere zu Russland aufzubauen, wurde 1964 die Robert Bosch Stiftung gegründet. Benannt ist die gemeinnützige Organisation nach dem berühmten deutschen Industriellen, Erfinder und Gründer der Robert Bosch GmbH. Sein letzter Wunsch war die Gründung einer Stiftung, die kulturelle und wissenschaftliche Projekte unterstützen sollte.

Bis heute fördert die Robert Bosch Stiftung geistes- und naturwissenschaftliche Forschung, unterstützt begabte Studierende, organisiert kulturelle Veranstaltungen und zeichnet herausragende Leistungen von Menschen aus aller Welt aus.

In Russland richtete das Deutsch-Russische Forum unter der Schirmherrschaft des ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler den Wettbewerb um den Robert-Bosch-Preis aus. Laut dem Organisator des Forums, Martin Hoffmann, bestand das Hauptziel des Forums darin, soziale Projekte in beiden Ländern zu unterstützen, die auf die Entwicklung der Zivilgesellschaft und die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland abzielen.

Besondere Aufmerksamkeit schenkte die Stiftung den Preisträgern, deren Projekte auf die Weiterentwicklung der partnerschaftlichen Beziehungen zwischen deutschen und russischen Städten, die regionale Zusammenarbeit und den Informationsaustausch in verschiedenen Bereichen abzielten. Bereits viermal ging der Preis der Stiftung and Russen. So wurde beispielsweise im Jahr 2005 die Initiative von einigen Enthusiasten aus Twer gewürdigt: Dank ihnen wurde in der Stadt ein multifunktionales Zentrum errichtet, das in sich ein Hotel, einen Konferenzsaal und einen Seminarraum für Gäste aus der Partnerstadt Osnabrück vereint.

Bis heute unterstützt die Robert Bosch Stiftung Projekte, die die Zukunft der Welt mitgestalten: Beispielsweise finanziert sie die Forschung von Wissenschaftlern, vergibt Stipendien an deutschsprachige Studenten und fördert zivilgesellschaftliche Initiativen zur Stärkung demokratischer Werte in aller Welt.

Inklusiver Arbeitsraum in Deutschland
2017 wurde das erste barrierefreie Co-Working-Space in Berlin eröffnet, das für Rollstuhlfahrer, Menschen mit Seh- und Hörbehinderungen und anderen Behinderungen geeignet ist. Die Philosophie ist einfach: Jeder ist bei uns willkommen, und wenn jemand Hilfe oder Unterstützung braucht, wird sie ihm in einer Weise zuteil, die es ihm ermöglicht, zu arbeiten und Kontakte zu knüpfen, die denen der anderen in nichts nachstehen.Die Gründer des Co-Working-Spaces sind hierbei davon überzeugt, dass der Arbeitsplatz nicht nur im physischen Sinne barrierefrei sein sollte. Deswegen wird hier ab 2022 das Programm Soul Office, dessen Hauptaufgabe darin besteht, Menschen mit psychischen Problemen dabei zu helfen, eine geeignete Form der Arbeit zu finden, verfügbar sein.

Schließlich stehen diese Menschen, vor allem während akuter Leidensphasen, oft vor der schwierigen Entscheidung, ihre Arbeit fortzusetzen oder sie um des Seelenfriedens willen zu opfern. Auch wenn es sehr schmerzhaft sein kann, einen geliebten Job aufzugeben, dies den Zustand einer Person also sogar verschlimmern kann, kann andererseits eine Therapie nicht aufgeschoben werden, wenn eine Person unter emotionalem Burnout oder Depression leidet.

Das Soul Office wird es Menschen, die sich in diesem Dilemma befinden, ermöglichen, einen Ausgleich zu finden und Arbeit und Therapie zu verbinden. Sie werden von Psychologen betreut, können an Workshops und Selbsthilfegruppen teilnehmen und haben Zugang zu einer Online-Plattform. Und das ist nicht nur eine kühne Idee: Das Programm, welches gemeinsam mit Neuropsychologen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf vorbereitet wird, hat eine sehr seriöse wissenschaftliche Grundlage.

Ein soziales Projekt zur Verwertung von altem Kinderspielzeug in Hamburg
Reduzieren, Wiederverwenden, Recyceln: Das sind die Grundsätze für die Mülltrennung, das Recycling von Kleidung und die Reparatur von Altgeräten in Deutschland. Und dank eines Projekts der Toys Company kann nun auch Kinderspielzeug ein zweites Leben bekommen. Toys Company wurde vor ein paar Jahren in Hamburg ins Leben gerufen. Die Dekra-Akademie, die Langzeitarbeitslose auf den Arbeitsmarkt vorbereitet, hat dafür ein Netz von Werkstätten eingerichtet, die vorübergehende Arbeitsplätze für Arbeitslose bieten und dem altem Spielzeug ein zweites Leben einhauchen.
Lego-Sets, Bücher, Brettspiele, Kinderfahrräder und Roller – die Hamburger Werkstatt hat eine große Auswahl an Spielzeug. Alle zwei Monate können bis zu 10 Spielsachen pro Kind kostenlos an bedürftige Familien abgegeben werden. Das ist eine gute Gelegenheit für diese Familien, ihren Kindern selbst bei einem sehr bescheidenen Familienbudget regelmäßig eine Freude zu machen.
Ist Deutsch eine geschlechtsneutrale Sprache?
Kennen Sie Redakteurinnen, Regisseurinnen, Produzentinnen, Kuratorinnen? Der Richtungswandel hin zur Gleichstellung der Geschlechter verändert nicht nur die Ordnung der Gesellschaft, sondern auch die Art und Weise, wie sie spricht. Auch wenn dieser Trend noch so viel Empörung hervorruft: Feminitive und neutrale Bezüge sind in Journalismus, politischen Reden und in der Geschäftskorrespondenz weit verbreitet. Geschlechtsneutrale Sprache wird heutzutage in Deutschland sogar gelehrt.

Den Lehrern zufolge ist es dabei selbst für Schüler, die die deutsche Sprache gut beherrschen, nicht einfach, alle Feinheiten der geschlechtsneutralen Namensgebung zu beherrschen, was sowohl auf die Aktualisierung der Grammatikregeln als auch auf die neue Gender-Agenda zurückzuführen ist. Um einen angemessenen Titel für eine Person zu verwenden, muss man nicht nur die Regeln für das Sternchen und das Doppelsuffix beachten, sondern auch das Geschlecht der betreffenden Person – männlich, weiblich und drittes Geschlecht - mit einbeziehen.

Die Meinung der Experten zu dieser sprachlichen Neuerung ist jedoch gemischt: Während die Cornelsen-Verleger es vorziehen , keine neuen Formen der Bezeichnung von mehr als zwei Geschlechtern zu verwenden, sind die Vertreter des Goethe-Instituts davon überzeugt, dass den Schülern die Sprache beigebracht werden sollte, die jetzt in Deutschland tatsächlich gesprochen wird. Dies impliziert die aktive Verwendung von Feminitiven.

Nachttaxi für Frauen – eine Initiative in München
Wenn sie spät abends nach Hause kommen, fühlen sich viele Frauen oft nicht sicher. Taxis sind in Deutschland jedoch nicht billig, so dass viele lieber zu Fuß gehen oder öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Die Stadt München hat beschlossen, Abhilfe zu schaffen und einen Teil der Kosten für die Taxis aus dem Stadthaushalt zu bezahlen. Die 5-Euro-Gutscheine sind von 22 Uhr bis 6 Uhr morgens gültig und gelten nur für Fahrten nach Hause oder zum Hotel. Jede Frau ab 16 Jahren (auch Ausländerinnen) kann einen solchen Papiergutschein im Informationszentrum des Rathauses und in den Bürgerbüros erhalten.

Nach Angaben der Augsburger Allgemeinen beliefen sich die Kosten für das Projekt auf eine Million Euro. Das Programm wird über einen Zeitraum von sechs Monaten getestet: Wenn es sich bewährt, werden die Papiergutscheine durch eine Smartphone-App ersetzt. München war hierbei die erste deutsche Millionenstadt, die ein solches System eingeführt hat.

Streunende Tiere und Haustiere in Deutschland
Wenn Sie schon einmal in Deutschland waren, ist Ihnen wahrscheinlich aufgefallen, dass Sie keine streunenden Hunde oder Katzen auf den Straßen sehen. Warum, denn so gibt es doch auch in Deutschland viele Tiere, die ohne Besitzer bleiben? Nun, Deutschland hat ein Tierschutzgesetz und ein gutes System von Tierheimen. In Deutschland ist es demnach streng verboten, Haustiere zu misshandeln und sie auf der Straße zu auszusetzen. Bei Verstößen drohen hohe Strafen, die von Geld- bis hin zu Freiheitsstrafen reichen.

Die lokalen Behörden in den Städten und Gemeinden verfügen über Veterinärdienste, die die Lebensbedingungen der Tiere kontrollieren. Wenn eine Meldung über die Misshandlung eines Tieres eingeht, führt der Dienst eine Inspektion durch und kontaktiert gegebenenfalls die Strafverfolgungsbehörden oder Tierschutzverbände.

Während sich die meisten Notunterkünfte durch Spenden finanzieren, werden einige von der Stadt bezahlt. Die Tore vieler Heime stehen Besuchern offen und können von ihnen wie Zoos aufgesucht werden. Neben Hunden und Katzen können Sie dort auch Papageien, Kaninchen, Hamster oder sogar Spinnen finden. Diese Heime ermöglichen es den Tieren, mit Menschen in Kontakt zu kommen und potentielle zukünftige Besitzer zu finden.

Home Office in Deutschland: Vor- und Nachteile
Im Jahr 2020 haben zahlreiche Berufsgruppen begonnen, aus der Ferne zu arbeiten. Nachdem sich diese Praxis also durchgesetzt hat, schlug der deutsche Arbeitsminister Hubertus Heil im Oktober 2020 vor, dass deutsche Arbeitnehmer das Recht auf ein Home Office haben und dass die Arbeitgeber verpflichtet sind, die Disziplin am Arbeitsplatz auch aus der Ferne zu gewährleisten. Der Vorschlag stieß nicht bei allen auf Gegenliebe: Während einige die Notwendigkeit der Neuerung schlicht ablehnten, und andere der Ansicht waren, dass Fernarbeit in bestimmten Bereichen nicht möglich sei, forderten wieder andere mehr Transparenz von dem Gesetzesvorschlag. Nach Angaben des deutschen Bundesarbeitsministeriums waren jedoch 87 Prozent der Fernarbeiter mit der Arbeit von zu Hause aus „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“.

Das Home Office Gesetz ist im Juni dieses Jahres ausgelaufen. Laut Focus Online haben es die Mitarbeiter jedoch nicht eilig, zu den Normen der „alten Welt“ zurückzukehren. Heute arbeiten 80 % der IT-Mitarbeiter und 73 % der Beschäftigten in der Medien- und Werbebranche in Deutschland aus der Ferne.

Die Beschäftigten in der Produktion haben weniger Glück: Sie müssen die Prozesse vor Ort kontrollieren, wie die Arbeitgeber betonen. Laut dem Schmierstoffhersteller Ernst Prost können nur 20 % der Mitarbeiter seines Unternehmens ihre Aufgaben aus der Ferne erledigen. „Ich halte es nicht für fair, ein System der Fernarbeit einzuführen, wenn 80 Prozent der Beschäftigten dazu nicht in der Lage sind“, meint der Unternehmer.

Trotz der gesellschaftlichen Kontroverse ist die verpflichtende Fernarbeit in Deutschland immer noch nicht abgeschafft worden. Nach Ansicht Kathrin Göring-Eckardts, der Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Deutschen Bundestag, wäre es „ineffektiv, machtlos und rückständig“, zur alten Regelung zurückzukehren, anstatt auf den Erfahrungen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber aufzubauen. Die deutschen Politiker suchen weiterhin nach der besten Lösung für alle Angehörigen der jeweiligen Berufsgruppe.

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